Viele Restaurants und Hotels in Deutschland lassen missliebige Onlinebewertungen auf Google Maps löschen – je nach Stadt sind laut einer dpa-Stichprobe zwischen 11 und 30 Prozent der Betriebe betroffen.
Eine Stichprobe der dpa (Deutsche Presse-Agentur) bei mehr als 3.700 Gastbetrieben in mehreren deutschen Städten zeigt, dass je nach Ort zwischen 11 Prozent und 30 Prozent der Gastbetriebe Onlinebewertungen löschen ließen. Besonders hoch war der Anteil gelöschter Bewertungen in Großstädten wie Berlin, Frankfurt am Main oder Köln. In Frankfurt lag der Anteil bei rund 30 Prozent der mehr als 200 ausgewerteten Einträge.
Großstädte besonders betroffen
In Hessen wurde bei rund 850 ausgewerteten Onlineeinträgen von Gastbetrieben etwa jeder sechste Eintrag von Google-Bewertungen bereinigt. Die Zahl der gelöschten Bewertungen pro Betrieb reichte dabei von einer bis hin zu mehr als 200. In Dresden, Erfurt, Halle und Magdeburg lag der Anteil bei etwa 15 Prozent, in kleineren Orten wie Wernigerode oder Aschersleben bei etwa zehn Prozent und in der Lutherstadt Wittenberg und Stendal nur bei fünf Prozent. Im Odenwald waren bei 87 ausgewerteten Betrieben rund 9 Prozent betroffen.
Seit Ende April 2026 weist Google Maps in Deutschland bei Geschäftseinträgen einen Hinweis aus, wenn im zurückliegenden Jahr Bewertungen wegen Beschwerden entfernt wurden. Konkret erscheint unter dem Bewertungsüberblick der Vermerk, dass eine Rezension aufgrund einer Diffamierungsbeschwerde entfernt wurde. Google betont, dass ein Löschhinweis weder das Ranking noch die Platzierung in lokalen Suchergebnissen beeinflusse. Allerdings erfasst die Anzeige nur Löschungen wegen Diffamierung; aus anderen Gründen entfernte Bewertungen fließen laut Peter Lassek, Rechtsanwalt bei der Verbraucherzentrale Hessen, nicht in den angezeigten Zähler ein.
