Stiegl trennt sich von Teilen der Logistik: Drei Standorte in Tirol und Oberösterreich betroffen
Salzburg, 01 Juli 2026
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Kurzfassung
Die Salzburger Stiegl-Brauerei trennt sich angesichts sinkender Gastronomieumsätze von Teilen ihrer Logistiksparte. Standorte in Wörgl, Inzing und Asten werden verkauft oder vermietet, während Salzburg und Wien eigene Lager behalten.
Salzburg, 01 Juli 2026
Die Salzburger Stiegl-Brauerei trennt sich wegen des deutlichen Rückgangs im Gastronomiegeschäft von einem Teil ihrer Logistiksparte und verkauft oder vermietet drei Standorte in Tirol und Oberösterreich.
Die Salzburger Stiegl-Brauerei reagiert auf den deutlichen Rückgang im Gastronomiegeschäft und trennt sich von einem Teil ihrer eigenen Logistik. Wie das Unternehmen am Dienstagnachmittag bekannt gab, sind drei Standorte von der Umstrukturierung betroffen: die beiden Tiroler Standorte Wörgl und Inzing sowie Asten in Oberösterreich. „Betroffen sind mit Wörgl und Inzing zwei Standorte in Tirol und mit Asten einer in Oberösterreich", heißt es in den Angaben des Unternehmens.
Geschäftsführer Herbert Bauer hatte bereits im Oktober angekündigt, die Prozesse neu zu definieren. „Wenn es nicht so läuft, wie man es wünscht, ist es wichtig, dass man darauf reagiert", sagte Bauer damals. Mit Blick auf die aktuelle Entscheidung erklärte er: „Kurzum: Wir verfügen in Teilen Österreichs über eine eigene Logistik, die wir nicht mehr effizient auslasten können."
In Wörgl und Asten plant Stiegl den Verkauf der Standorte, in Inzing soll das Lager vermietet werden. „Während Wörgl und Asten verkauft werden sollen, möchte Stiegl den Standort Inzing vermieten", berichten Medien übereinstimmend. Der Großteil der Mitarbeiter an den betroffenen Standorten solle von Logistikpartnern übernommen werden, gleichzeitig seien Sozialpläne vorgesehen.
Hintergrund: Rückgang im Gastronomiegeschäft
Stiegl begründet den Schritt mit dem anhaltenden Rückgang in der Gastronomie. „Die vergangenen fünf Jahre haben gezeigt, dass wir für die Gastronomie-Belieferungen dauerhaft deutlich weniger Ressourcen benötigen", so Bauer. Auch die Inflation habe das Geschäft belastet. Der überwiegende Teil des Bieres werde heute im Lebensmittelhandel verkauft, wo Supermärkte mit Rabatten locken und ein großer Kampf um die Marktanteile herrscht.
Die wirtschaftliche Lage der Brauerei ist angespannt. Wie aus den Geschäftszahlen hervorgeht, verzeichnete Stiegl im Jahr 2025 ein Minus von 5,2 Mio. Euro nach minus 3,8 Mio. Euro im Jahr davor. Trotz steigender Bierproduktion sind die Verluste in den vergangenen Jahren gewachsen. Das Unternehmen steht damit in einem schwierigen Marktumfeld, in dem mehrere große Marken um die Gunst der Konsumenten konkurrieren.
Wirtschaftliche Lage und Wettbewerb
Neben Stiegl kämpfen in Österreich vor allem die Marken der Brauunion – darunter Gösser, Puntigamer und Villacher – sowie Ottakringer um Marktanteile. Im Lebensmittelhandel wird der Wettbewerb über Rabatte ausgetragen, während die Gastronomie als Absatzkanal für die Brauereien an Bedeutung verliert.
Ungeachtet der Standortschließungen in Tirol und Oberösterreich betont Stiegl, dass die eigene Logistik im Bundesland Salzburg und in Wien vollständig erhalten bleibt. Insgesamt acht Lager betreibt das Unternehmen dort. „Wir verfügen in Teilen Österreichs über eine eigene Logistik, die wir nicht mehr effizient auslasten können" – diese Selbsteinschätzung Bauers bezieht sich ausdrücklich auf die außerhalb des Kerngebiets gelegenen Standorte.
Standorte in Salzburg und Wien bleiben
Mit den Umstrukturierungsmaßnahmen will Stiegl gleichzeitig den Hauptstandort in Salzburg-Maxglan stärken. Das Unternehmen kündigte an, bis 2030 einen hohen zweistelligen Millionenbetrag in den Brauereistandort Salzburg zu investieren. „Bis 2030 soll ein hoher zweistelliger Millionenbetrag in den Brauereistandort Salzburg fließen", heißt es in den Unternehmensangaben.
Investitionen in Salzburg-Maxglan
Am Stammsitz in Salzburg-Maxglan sollen durch die Umstrukturierung mehrere hundert Arbeitsplätze gesichert werden. Damit bündelt die Brauerei ihre Aktivitäten künftig stärker am Hauptstandort und gibt Standorte in Randregionen ab, die wirtschaftlich nicht mehr effizient betrieben werden können.
Parallel zu den Investitionen in Salzburg soll das Stiegl-Gut Wildshut als Forschungs-und Entwicklungszentrum ausgebaut werden. „Zudem soll das Stiegl-Gut Wildshut als Forschungs- und Entwicklungszentrum ausgebaut werden", teilte das Unternehmen mit. Damit will Stiegl offenbar auch im Bereich Innovation und Produktentwicklung neue Akzente setzen.
Die Brauerei hatte bereits im Oktober betont, dass betriebsbedingte Kündigungen im Rahmen der Umstrukturierung nicht ausgeschlossen werden könnten. Diese Aussage wurde nun durch die angekündigte Veräußerung und Vermietung von drei Standorten konkretisiert. Gleichzeitig wurden Sozialpläne angekündigt, um die Folgen für die Beschäftigten abzufedern.
Für die Mitarbeiter an den betroffenen Standorten bedeutet die Entscheidung dennoch einen Einschnitt. Zwar sollen die meisten von Logistikpartnern übernommen werden, unklar ist jedoch, in welchem Umfang dabei Arbeitsbedingungen, Standorte und Tätigkeiten erhalten bleiben. Branchenbeobachter werten den Schritt als Signal für den Strukturwandel in der österreichischen Getränkelogistik.
Folgen für die Mitarbeiter
Stiegl betont, dass die Entscheidung Teil einer langfristigen Strategie sei. Die Konzentration auf den Hauptstandort Salzburg-Maxglan sowie auf das Ballungszentrum Wien solle die Wettbewerbsfähigkeit der Brauerei sichern. Die Schließung ineffizienter Logistikstandorte sei ein notwendiger Schritt, um die Brauerei für die kommenden Jahre aufzustellen.
Analysten sehen die Trennung von Teilen der Logistiksparte als logische Konsequenz aus dem veränderten Konsumverhalten. Der Trend zum Einkauf im Supermarkt habe die Gastronomie als Absatzweg für Bier in den vergangenen Jahren deutlich geschwächt. Stiegl versuche nun, seine Kostenstruktur an diese Realität anzupassen.
Mit der geplanten Investition von einem hohen zweistelligen Millionenbetrag bis 2030 in den Standort Salzburg unterstreicht das Unternehmen seine Verbundenheit mit dem Hauptsitz. Die Brauerei sieht sich nach eigenen Angaben gut aufgestellt, um den veränderten Marktbedingungen zu begegnen und gleichzeitig die regionale Verwurzelung in Salzburg zu stärken.
Die nun angekündigten Maßnahmen sind Teil eines umfassenderen Umstrukturierungsprozesses, den Stiegl bereits im Oktober eingeleitet hatte. Damals kündigte Geschäftsführer Bauer an, Prozesse zu redefinieren und sich auf das Kerngeschäft zu konzentrieren. Die aktuelle Entscheidung zu den drei Standorten ist die bislang konkreteste Umsetzung dieser Strategie.
Ausblick und Strategie
Insgesamt zeigt sich, dass Stiegl den Spagat zwischen notwendiger Kostensenkung und Investition in die Zukunft sucht. Während in Tirol und Oberösterreich Standorte abgegeben werden, fließen Millionenbeträge nach Salzburg und in das Forschungs- und Entwicklungszentrum Wildshut. Das Unternehmen will damit seine Wettbewerbsposition gegen die Brauunion-Marken und Ottakringer langfristig sichern.
Der Ausbau von Wildshut könnte dabei auch eine Antwort auf den zunehmenden Wettbewerbsdruck im Biermarkt sein. Mit eigener Forschung und Entwicklung will Stiegl neue Produkte und Konzepte entwickeln, um sich von der Konkurrenz abzuheben. Die Brauerei setzt damit auf Innovation als Antwort auf den Preiskampf im Lebensmittelhandel.
Fragen & Antworten
Was bedeutet die Umstrukturierung für die Mitarbeiter und den Standort Salzburg?
Die meisten Mitarbeiter an den betroffenen Standorten sollen von Logistikpartnern übernommen werden, zudem sind Sozialpläne vorgesehen. Am Hauptstandort Salzburg-Maxglan will Stiegl bis 2030 einen hohen zweistelligen Millionenbetrag investieren und mehrere hundert Arbeitsplätze sichern.
Stiegl schließt Logistikstandorte in Tirol und | finanz360