Peruanerinnen und Peruaner entscheiden am Sonntag in einer Stichwahl zwischen Keiko Fujimori und Roberto Sánchez, wer das politisch zerrüttete Land als nächster Präsident führen soll.

Nach dem ersten Wahlgang im April, der keinen klaren Sieger hervorbrachte, treten die Rechtskonservative Keiko Fujimori und der Linkspolitiker Roberto Sánchez in der Stichwahl gegeneinander an. Beide Kandidaten hatten im ersten Durchgang weniger als 30 Prozent der Stimmen erhalten. Umfragen sahen Fujimori, die 51 Jahre alt ist, nur knapp vor dem 57-jährigen Sánchez. Etwa ein Fünftel der rund 27 Millionen Wahlberechtigten galt Umfrageinstituten zufolge als unentschlossen.

Ausgangslage: Zwei Kandidaten, ein zerrissenes Land

Fujimori tritt für die Partei Fuerza Popular an, die sie selbst gegründet hat. Es ist ihr vierter Anlauf, die Präsidentschaft Perus zu übernehmen. Zuvor war sie unter anderem 2018 in Untersuchungshaft genommen worden, nachdem der Verdacht auf Bestechung gegen sie bestand. Das Verfassungsgericht hob die Haft ein Jahr später wieder auf. Bei der Wahl 2021 hatte sie zudem erfolglos versucht, einen Teil der abgegebenen Stimmen für ungültig erklären zu lassen. Ein führender Gewerkschafter warf ihr damals einen "langsamen Staatsstreich" vor.