Der spanische Ministerpräsident Pedro Sánchez sieht sich mit einer wachsenden Zahl von Korruptionsermittlungen gegen sein engstes politisches und familiäres Umfeld konfrontiert, die am Samstag eine Massendemonstration in Madrid auslösten.
Laut Angaben der Organisatoren forderten rund 80.000 Menschen den Rücktritt von Sánchez. Die Demonstration wurde durch eine Reihe von Korruptionsskandalen angetrieben, die die linke Minderheitsregierung erschüttern.
Razzia in der PSOE-Zentrale
Am Mittwoch zuvor hatten Beamte der Zentralen Operativen Einheit der Guardia Civil auf Anordnung des Nationalen Gerichtshofs die PSOE-Parteizentrale in Madrid sowie mehrere Wohnungen von PSOE-Politikern durchsucht. Die Ermittlungen betreffen den Verdacht der illegalen Parteienfinanzierung und die mutmaßliche Bildung eines kriminellen Netzwerks innerhalb der Partei.
Ziel des mutmaßlichen Netzwerks war es laut Ermittlern, "jedes gerichtliche Verfahren oder jede polizeiliche Maßnahme, die direkt oder indirekt die Interessen der PSOE oder der Regierung beeinträchtigen könnte, systematisch und kontinuierlich zu destabilisieren".
