Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat zum Auftakt der Hamburger Nachhaltigkeitskonferenz vor einem „Zeitgeist der Brutalität und Rücksichtslosigkeit“ in der internationalen Politik gewarnt und eine Stärkung der regelbasierten Weltordnung gefordert.

Warnung vor wachsender Konfrontation

Bei der Eröffnung der dritten Hamburger Nachhaltigkeitskonferenz (HSC) am Montag zeichnete Steinmeier ein düsteres Bild der weltpolitischen Lage. „Ein Zeitgeist der Brutalität und Rücksichtslosigkeit weht durch die internationale Politik“, sagte er. Rohes Machtstreben, Nullsummendenken und Konfrontation verdrängten zunehmend die Pfeiler einer kooperativen und regelbasierten Ordnung. Steinmeier sprach in diesem Zusammenhang von einer „neuen Weltunordnung“, der nur durch mehr internationale Zusammenarbeit und gegenseitiges Vertrauen begegnet werden könne.

Als aktuelles Beispiel für die Verletzlichkeit globaler Verbindungen nannte der Bundespräsident die Blockade der Straße von Hormus. Wenn Lebensmittel, Dünger und Treibstoff nicht mehr transportiert werden könnten, würden die Lebensmittelpreise weltweit steigen – mit besonders dramatischen Folgen für ärmere Staaten. Globale Herausforderungen wie der Klimawandel, Hunger und Armut ließen sich nach seinen Worten nur gemeinsam lösen.