Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat das Reformpaket der schwarz-roten Koalition aus Union und SPD als „ansehnliches Paket" begrüßt, gleichzeitig aber mehr Wirtschaftswachstum angemahnt, um das Vertrauen der Bürger zurückzugewinnen.
In einem Sommerinterview der ZDF-Sendung „Berlin direkt" sagte Steinmeier, die Koalition habe ihre „Selbstblockade aufgehoben" und „endlich sei etwas passiert". Auf die Frage, ob das Paket ausreiche, antwortete er: „Da kann ich nur eindeutig nein sagen." Ohne neues Wachstum werde die Politik „keinen Respekt und kein neues Vertrauen gewinnen können". Strukturreformen hätten nicht in erster Linie das Ziel, den Menschen mehr Geld zu geben, sondern Leistungssysteme zu stabilisieren. Reformen bedeuteten „auch Stress für eine Gesellschaft, die lange anderes gewohnt gewesen sei".
Das Paket war in der Koalitionsrunde zwischen Union und SPD vereinbart worden. Es sieht Steuerentlastungen für kleine und mittlere Einkommen ab 2027 vor, dazu Arbeitsmarktmaßnahmen sowie einen Abbau von Bürokratie. Zudem will die Koalition die Empfehlungen der Rentenkommission vollständig umsetzen. Steinmeier rief die Sozialpartner auf, den „Reformzug" mitzutragen.
