Spanien schlägt Argentinien 1:0 und holt den zweiten WM-Titel
East Rutherford, 20. Juli 2026
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Kurzfassung
Spanien hat das WM-Finale gegen Argentinien in East Rutherford mit 1:0 nach Verlängerung gewonnen und sich seinen zweiten Weltmeistertitel gesichert. Ferran Torres erzielte das entscheidende Tor in der 106. Minute per Kopfball-Vorlage von Nico Williams.
Spanien hat das Finale der Fußball-Weltmeisterschaft in East Rutherford im US-Bundesstaat New Jersey mit 1:0 nach Verlängerung gegen Argentinien gewonnen und sich damit den zweiten Titel nach 2010 gesichert.
Der entscheidende Moment
Das entscheidende Tor erzielte Ferran Torres in der 106. Minute nach einer Kopfballvorlage von Nico Williams. Es war bereits der 20. Torschuss der Spanier in dieser Partie – Argentinien hatte bis dahin keinen einzigen Schuss auf das Tor von Unai Simón abgegeben. Spanien dominierte die Begegnung über weite Strecken und krönte eine Turnierleistung, die mit nur einem Gegentor in acht Spielen historisch ist.
Luis de la Fuente, 65 Jahre alt, ist mit diesem Erfolg der älteste Weltmeistertrainer der Geschichte. Er übernahm die spanische A-Nationalmannschaft 2023 und arbeitet bereits seit 2013 für den spanischen Fußballverband. Nach dem Schlusspfiff lobte er besonders Lamine Yamal: „Ich bin ihm ernsthaft dankbar, er hat sich für das Kollektiv geopfert“.
Argentinien und Messi: Eine Ära verabschiedet sich
Für Argentinien endete das Turnier in Enttäuschung. Lionel Messi, 39 Jahre alt, weinte nach dem Spiel und verließ das Stadion in New Jersey ohne ein Wort an die Öffentlichkeit. Trainer Lionel Scaloni brach seine Pressekonferenz unter Tränen ab. Messi hatte acht Tore erzielt und vier Vorlagen gegeben, blieb im Finale aber weitgehend unsichtbar. Das Spiel gegen Spanien war sein 207. Länderspiel – sein sechstes WM-Turnier im Nationaltrikot.
Der argentinische Verband versuchte, den Abend mit einer Würdigung Messis zu retten. Präsident Claudio Tapia nannte ihn einen „Giganten“, der sein Land „zur glücklichsten Nation der Welt“ gemacht habe. Messi selbst hatte nach dem Schlusspfiff 2016 bereits einmal seinen Rücktritt aus der Nationalmannschaft erklärt; ob er seine Karriere im Nationaltrikot fortsetzt, ließ er nach dem Finale offen.
Auf der anderen Seite floss der Jubel reichlich. Unai Simón wurde zum besten Torhüter des Turniers gewählt. Er blieb 649 Minuten ohne Gegentor und stellte damit einen neuen Rekord auf. Auch Rodri erhielt den Titel des besten Spielers des Turniers. Über die Altersstruktur des spanischen Kaders sagte Torhüter Simón: „Diese Spielweise, dieses Niveau und diese Konzentration über acht Spiele hinweg aufrechtzuerhalten – das hat uns den Titel gebracht“.
Ein junger Kader als Erfolgsrezept
Spaniens Kader ist auffallend jung. Lamine Yamal feierte kürzlich seinen 19. Geburtstag, Pedri ist 23, Nico Williams 24, Gavi 21. Marc Cucurella ist 27, Pedro Porro 26, Dani Olmo 28 und Alex Baena 25. Mit Pau Cubarsí erhielt ein 19-jähriger Verteidiger den Preis für den besten jungen Spieler – nicht der zunächst favorisierte Yamal, der das Turnier mit nur einem Tor abschloss.
Nach Spielschluss kam es auf dem Rasen zu einer Szene, die symbolisch über dem sportlichen Ergebnis stand. Lamine Yamal, der vor 19 Jahren als Säugling von einem jungen Messi für einen Spendenkalender gebadet worden war, umarmte seinen argentinischen Idol nach dem Schlusspfiff minutenlang. Das Bild ging um die Welt.
Bereits am Sonntag war das Empire State Building in New York in den spanischen Nationalfarben Gelb und Rot erstrahlt, um auf den bevorstehenden Endspielauftritt hinzuweisen. Das 381 Meter hohe Wahrzeichen der Stadt war damit Teil einer Welle der Aufmerksamkeit, die das Turnier in den USA, Mexiko und Kanada begleitete.
Symbolträchtige Szenen rund um das Finale
Bei der Pokalübergabe traten FIFA-Präsident Gianni Infantino und US-Präsident Donald Trump gemeinsam auf. Trump, 80 Jahre alt, überreichte den Spaniern die Trophäe. Infantino begleitete ihn nach einigen Sekunden von der Bühne.
Feiern in Spanien
In Spanien brachen die Feierlichkeiten unmittelbar nach dem Schlusspfiff aus. Hunderttausende Menschen feierten in Madrid, Barcelona und weiteren Städten des Landes bis tief in die Nacht hinein. Dani Olmo berichtete von den Feiern: „Wir haben gefeiert, viele Fotos gemacht und viele Erinnerungen gesammelt. Wir haben kleine Trophäen bekommen, die wirklich cool waren. Wir haben einfach gefeiert – so, wie es ein Weltmeister macht“.
Marc Cucurella, der vor einem Jahr mit dem Londoner Verein Chelsea die Club-WM im NFL-Stadion der New York Giants und New York Jets gewonnen hatte, kündigte an, die Feier in der Heimat nachzuholen: „Wir freuen uns wirklich sehr, nach Spanien zu kommen. Viele Leute konnten hier nicht dabei sein, und wir wollen mit allen feiern“. Über die Leistung der Mannschaft sagte er: „Ich finde, wir haben herausragend Fußball gespielt und diesen Pokal verdient“.
Die spanische Erfolgsbilanz der letzten Jahre
Spaniens sportlicher Aufstieg ist das Ergebnis einer langfristigen Verbandsarbeit. In den vergangenen fünf Jahren holten spanische Nationalteams 17 Titel. Die U20- und U17-Frauen wurden 2022 jeweils Weltmeister, die Frauen-A-Nationalmannschaft sicherte sich 2023 den WM-Titel. Die U19-Männer gewannen 2024 und 2026 die Europameisterschaft, die U19-Frauen fünfmal in Folge den europäischen Titel.
Mit dem Titel in den USA, Mexiko und Kanada ist Spanien die erste Nation, die gleichzeitig bei Männern und Frauen Weltmeister ist. Zudem ist das Land seit 38 Pflichtspielen ungeschlagen. Trainer Ralf Rangnick aus Österreich hatte die Mannschaft nach dem Ausscheiden seines Teams als „fehlerfreies Uhrwerk“ beschrieben.
Spanien hatte das Turnier mit einem 0:0 gegen Kap Verde eröffnet und im weiteren Verlauf unter anderem Belgien im Viertelfinale mit 2:1 besiegt. Das einzige Gegentor im Turnier kassierte die Mannschaft ausgerechnet in dieser Partie. Danach stand die Defensive mit Cucurella, Pedro Porro, Pau Cubarsí, Aymeric Laporte und Torhüter Unai Simón in Bestform.
Vergleich mit der goldenen Generation
Der Vergleich mit der goldenen Generation um Xavi, Andrés Iniesta und Sergio Busquets, die zwischen 2008 und 2012 zwei Europameisterschaften und einen WM-Titel im Stil des Tiki-Taka geholt hatte, liegt nahe. Ferran Torres wird bereits mit Andrés Iniesta verglichen, dessen Tor 2010 im Finale gegen die Niederlande Spanien den ersten WM-Titel beschert hatte.
Spanien hatte das Endspiel 2010 in Südafrika mit nur zwei Gegentoren gewonnen. Auch 2024 hatte die Auswahl die Europameisterschaft geholt. Nun folgt der zweite WM-Titel nach 16 Jahren. Unai Simón blickte bereits voraus: „Wir mussten 16 Jahre auf diesen Moment warten. Ich hoffe, dass wir diesmal nur vier Jahre auf den nächsten Stern warten müssen“.
Ausblick auf 2030
Argentinien bleibt mit dem WM-Titel 2022 und dem Gewinn der Copa América, bei dem Messi eine zentrale Rolle spielte, eines der prägenden Teams des Weltfußballs. Die nächste WM 2030 wird zumindest teilweise in Spanien ausgetragen – dann wäre Messi 43 Jahre alt, sollte er noch einmal an einer Endrunde teilnehmen.
Für die Spieler geht es nun in den verdienten Urlaub, bevor die nationale und internationale Vereinssaison wieder beginnt. Cucurella steht vor einem Wechsel von Chelsea zu Real Madrid. Ferran Torres, 26, hatte das Turnier trotz persönlicher Turbulenzen – Medienberichten zufolge trennte er sich kurz vor dem Viertelfinale gegen Belgien von seiner Partnerin Martina Hunter – sportlich konsequent zu Ende gespielt.
Fragen & Antworten
Wer hat das WM-Finale 2026 zwischen Spanien und Argentinien entschieden?
Ferran Torres erzielte in der 106. Minute das einzige Tor des Spiels nach einer Kopfballvorlage von Nico Williams. Es war bereits der 20. Torschuss der Spanier in der Partie.
Wie alt ist Lionel Messi und war dies sein letztes WM-Turnier?
Lionel Messi ist 39 Jahre alt und bestritt in den USA, Mexiko und Kanada sein sechstes WM-Turnier. Nach dem Finale gab er keine Entscheidung über seine Zukunft im Nationaltrikot bekannt.
Warum ist Luis de la Fuentes Titel als Trainer besonders bemerkenswert?
Luis de la Fuente ist 65 Jahre alt und damit der älteste Weltmeistertrainer der Geschichte. Er übernahm die spanische A-Nationalmannschaft 2023 und arbeitet seit 2013 für den spanischen Verband.
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