Jens Spahn ist als Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion zurückgetreten, woraufhin die Unionsfraktion für den 29. Juli eine Sondersitzung zur Wahl seiner Nachfolge angesetzt hat.
Hintergrund: Skandal und parteiinterne Kritik
Der Schritt folgt auf tagelange parteiinterne Kritik. Hintergrund ist ein Skandal rund um das Thema Leihmutterschaft, in den Spahn verwickelt ist. Spahn selbst hat sich bislang nicht öffentlich zu seinem Rücktritt geäußert; Kanzler Friedrich Merz sagte am Sonntag im ZDF-"Sommerinterview": "Ich weiß es nicht, was er selbst vorhat." Auch Merz verwies darauf, dass Spahn weiterhin dem Bundestag angehört. Der Parlamentarische Geschäftsführer der Fraktion, Steffen Bilger, erklärte: "Ich hoffe sehr, dass er uns in der Politik erhalten bleibt, natürlich auch als Mitglied unserer Fraktion."
Nach Informationen aus der Union wollen Merz und der CSU-Vorsitzende Markus Söder der Fraktion gemeinsam einen Kandidaten für die Nachfolge vorschlagen. CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann und die stellvertretende Fraktionsvorsitzende Günter Krings (beide CDU) werden ebenfalls als mögliche Kandidaten genannt; ebenso Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU), die früher Parlamentarische Geschäftsführerin der Fraktion war.
