CSU-Parteivorsitzender Markus Söder hat in einem Interview mit der Augsburger Allgemeinen zugesichert, dass Minijobs in Deutschland erhalten bleiben, und eine Abschaffung als falsch bezeichnet.
Die Debatte um die Zukunft der geringfügigen Beschäftigung hat sich am Wochenende zugespitzt. CSU-Chef Markus Söder stellte in einem Interview mit der Augsburger Allgemeinen klar: „Die Minijobs bleiben.“ Damit positionierte sich der bayerische Ministerpräsident gegen die Empfehlung einer von der schwarz-roten Koalition eingesetzten Regierungskommission, die Minijobs in die gesetzliche Rentenversicherung integrieren und ihren Sonderstatus im Steuer- und Sozialrecht aufheben will.
Die Kommission hatte vorgeschlagen, die bisherige Verdienstgrenze von 603 Euro pro Monat neu zu definieren und Minijobs weitgehend abzuschaffen. Ausnahmen sollen nach dem Willen der Kommissionsmehrheit künftig nur noch für Schülerinnen und Schüler möglich sein. Die Koalition aus CDU, CSU und SPD hatte angekündigt, die Empfehlungen möglichst eng umzusetzen.
Empfehlungen der Regierungskommission
Söder argumentierte, eine Abschaffung wäre falsch und würde wichtigen Branchen schwer schaden. Wörtlich sagte er: „Man kann darüber sprechen, wie Menschen mit Minijobs stärker vor Altersarmut geschützt werden. Aber eine Abschaffung wäre falsch und würde wichtigen Branchen wie der Gastronomie, dem Einzelhandel oder der Landwirtschaft schwer schaden.“ Damit griff er die Reformpläne unmittelbar nach deren Vorstellung an.
