Die Befürchtung einer regionalen Ausweitung des Konflikts zwischen den USA und Iran wächst, nachdem es in der siebten aufeinanderfolgenden Nacht US-Luftangriffe auf iranische Ziele auch Berichte über Explosionen in Saudi-Arabien und Jordanien gab und die iranischen Revolutionsgarden sowie jemenitische Huthis mit Angriffen auf Nachbarstaaten drohten.
Nach Angaben des US-Militärs handelte es sich bei der jüngsten Welle um Angriffe auf iranische Überwachungsanlagen, unterirdische Waffenlager und weitere militärische Infrastruktur. Das US Central Command (Centcom) erklärte die Angriffe in den frühen Morgenstunden (MESZ) für beendet. Kurz zuvor hatte die iranische Revolutionsgarde über den staatlichen Sender Press TV mitgeteilt, eine US-Drohne im Raum der Stadt Buschehr abgeschossen zu haben – Centcom wies diese Darstellung zurück. Zudem berichtete Press TV unter Berufung auf die Revolutionsgarden, zwei Öltanker seien im Süden der Straße von Hormus in Brand geraten; Centcom bezeichnete diese Angaben als falsch.
Schifffahrt durch die Hormus-Meerenge nahezu zum Erliegen gekommen
Die Lage an der für den globalen Ölhandel zentralen Meerenge spitzt sich indessen dramatisch zu. Laut Daten des Schifffahrtsanalyseunternehmens Kpler durchquerten am Donnerstag nur acht Schiffe die Straße von Hormus – der niedrigste Wert in drei Wochen. Vor Beginn des Kriegs Ende Februar waren es im Tagesdurchschnitt mehr als 100 Schiffe. Am Mittwoch hatte Kpler noch 15 Transitfahrten gezählt, zwei Wochen zuvor 48. Der Schiffsverkehr kam nach wiederaufgenommenen gegenseitigen Angriffen zwischen den USA und Iran zeitweise fast vollständig zum Erliegen.
