Berlin, 27 August 2026

Die Mobilfunknetze in Deutschland haben über Jahre hinweg sensible Gerätedaten teils unverschlüsselt übermittelt und so eine mögliche Überwachung von Nutzerinnen und Nutzern ermöglicht, wie eine Recherche von BR Recherche ergibt.

Betroffen sind nach der Auswertung die drei großen Anbieter Deutsche Telekom, Vodafone und O2 (Telefónica). Übermittelt wurde demnach die sogenannte IMEI, eine 15-stellige Seriennummer, die jedes Mobilfunkgerät weltweit eindeutig kennzeichnet. Die IMEI wird bei jedem Einbuchen in eine Funkzelle, bei SMS und vielen weiteren Vorgängen zwischen Endgerät und Netz ausgetauscht.

Was die IMEI verrät

Wörtlich heißt es da, adressiert an die Mobilfunkanbieter: "Da die IMEI das Mobilgerät identifiziert, könnte sie potenziell dazu genutzt werden, Nutzer zu identifizieren und zu verfolgen, und zwar zum Zweck der Überwachung und der Auswertung von Anrufdaten, sofern sie unverschlüsselt übermittelt wird." Sowohl Smartphone-Hersteller als auch Mobilfunk-Provider sind deshalb von der GSMA im RFC 7255 und anderen Standards aufgefordert, die IMEI vor der Weitergabe zu anonymisieren.