Das Zollkriminalamt (ZKA) überwacht nach Informationen eines Medienberichts Messenger-Konten Verdächtiger mit einer juristisch umstrittenen Methode, bei der heimlich ein zweiter Gerätezugriff auf den Account eingerichtet wird.
Hintergrund: Wie funktioniert das Account-Cloning?
Die als „Account-Cloning“ beschriebene Vorgehensweise ermöglicht es Ermittlern, sämtliche Nachrichten eines Messengers mitzulesen, ohne dass ein klassischer Staatstrojaner auf dem Endgerät der Zielperson installiert werden muss. Stattdessen wird ein zusätzlicher Zugriff über einen Dienstrechner der Behörde angelegt und durch das kurzzeitige Mitführen des Smartphones der betroffenen Person verifiziert.
Wie aus dem Bericht hervorgeht, kam das Verfahren bereits im Januar 2020 zum Einsatz, als ein deutsches Ehepaar auf einer Polizeiwache eine Zeugenaussage zu seiner Tochter abgab und seine Smartphones freiwillig aushändigte. Die Beamten richteten demnach heimlich einen zusätzlichen WhatsApp-Zugang auf einem Dienstcomputer ein und verifizierten das zusätzliche Gerät mithilfe der Smartphones der Betroffenen. „Damals machten die beiden bei der Polizei eine Zeugenaussage zu ihrer Tochter und händigten freiwillig ihre Smartphones aus. Die Polizisten richteten dabei heimlich einen zusätzlichen Zugang zu den WhatsApp-Konten des Ehepaars auf einem Dienstcomputer ein und verifizierten das zusätzliche Gerät anschließend mithilfe der Smartphones der Betroffenen“, heißt es in dem Bericht.
