Das serbische Parlament hat am Montag in Belgrad über einen Antrag der Regierung beraten, der den Weg für vorgezogene Parlamentswahlen frei machen soll; eine vorgezogene Präsidentenwahl soll getrennt von der Parlamentswahl stattfinden.
Ausgangslage und innenpolitische Krise
Die serbische Regierung hat den Antrag eingebracht, das Mandat des amtierenden Parlaments vorzeitig zu beenden und damit den Weg für eine Neuwahl freizumachen. Hintergrund ist eine seit Monaten anhaltende innenpolitische Krise, in der die Opposition und Teile der Zivilgesellschaft den Druck auf Präsident Aleksandar Vučić und seine Verbündeten deutlich verstärkt haben.
Die Regierungsmehrheit begründet den Schritt mit dem Ziel, den politischen Stillstand zu überwinden und den Wählern in einem klar abgegrenzten Verfahren eine neue Entscheidung zu ermöglichen. Kritikerinnen und Kritiker sehen darin vor allem ein taktisches Manöver, um den Zeitpunkt und die Bedingungen der Abstimmung selbst zu kontrollieren.
