Serbiens Präsident Aleksandar Vučić hat am 27. Juni seinen Rücktritt innerhalb weniger Wochen angekündigt, um vorgezogene Parlaments- und Präsidentschaftswahlen im Oktober zu ermöglichen.
Die Ankündigung folgt auf rund anderthalb Jahre regierungskritischer Proteste im Land. Vučić erklärte, er werde binnen Wochen zurücktreten, um den Weg für die Neuwahlen freizumachen. Damit reagiert die Staatsspitze auf den anhaltenden innenpolitischen Druck, der sich unter anderem in Demonstrationen in mehreren serbischen Städten geäußert hatte.
Hintergrund der Proteste
Die Protestbewegung hatte ihren sichtbaren Ausgangspunkt im nordserbischen Novi Sad genommen. Auslöser war ein Vorfall am Bahnhof der Stadt, der landesweit Empörung auslöste und die Demonstrationswelle gegen die Regierung befeuerte. Die Proteste richteten sich gegen Korruption, die wahrgenommene Intransparenz staatlicher Institutionen und den politischen Kurs der Führung in Belgrad.
