Kyiv, 16 Juli 2026
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat am Sonntag Ministerpräsidentin Julia Swyrydenko entlassen und am Mittwoch den Chef des staatlichen Energiekonzerns Naftogaz, Serhij Korezkyj, als neuen Regierungschef nominiert, während Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow nach rund sechs Monaten im Amt seinen Rückzug ankündigte.
Die Werchowna Rada, das ukrainische Parlament, hatte am Dienstag den Rücktritt von Swyrydenko angenommen, woraufhin gemäß ukrainischem Recht die gesamte Regierung automatisch als entlassen gilt. Parlamentspräsident Ruslan Stefantschuk bestätigte den Eingang der Nominierung Korezkyjs und erklärte: „Das Parlament wird ihn in Kürze entsprechend dem festgelegten Verfahren prüfen."
Begründung für den Umbau
Selenskyj begründete den Umbau mit „neuen Herausforderungen und neuen Aufgaben" und verwies auf die Vorbereitung des Landes auf den Winter und die Energiesicherheit angesichts der anhaltenden russischen Angriffe auf die Infrastruktur. In einer Erklärung am Mittwoch in Kyiv sagte er zudem: „Die Prioritäten sind klar – die Vorbereitung auf den Winter". Über Koretskyj sagte der Präsident: „Nach allen Konsultationen sei Korezkyj der am besten geeignete Kandidat für das Amt."
Die Entscheidung fällt in eine Phase, in der Russland die Energieinfrastruktur der Ukraine systematisch unter Druck setzt. Erst in der Nacht zum Mittwoch war Kyiv erneut mit ballistischen Raketen angegriffen worden. Nach Angaben der ukrainischen Luftwaffe wurden mindestens acht Raketen in zwei Wellen auf die Drei-Millionen-Stadt abgefeuert. Bürgermeister Vitali Klitschko meldete Einschläge in zwei Stadtbezirken, wobei ein Lagerhaus im Westen und ein unbewohntes Haus im Osten in Brand gerieten.
