Teheran, 27 August 2026
Sechs Monate nach Beginn der militärischen Auseinandersetzung zwischen den USA und Iran schätzt der türkische Politologe Karabekir Akkoyunlu die Lage so ein, dass in Teheran eine Clique besonders radikaler Hardliner die Macht übernommen hat.
Karabekir Akkoyunlu, Politologe und Forscher an der Universität Oxford, ordnet die Entwicklungen der vergangenen sechs Monate als tiefgreifende Verschiebung im iranischen Machtgefüge ein. In einer am Donnerstag veröffentlichten Erklärung sagte er wörtlich: "Aus politischer Sicht hat es tatsächlich einen Regimewechsel gegeben, aber genau in eine andere Richtung, als Washington und möglicherweise Israel es wollten." Eine Clique viel extremerer Hardliner sei an die Macht gekommen, so Akkoyunlu.
Die Analyse des Oxford-Forschers steht im Widerspruch zu den erklärten Zielen der US-Administration unter Präsident Donald Trump. Washington hatte wiederholt betont, durch den Militäreinsatz eine Schwächung des Regimes in Teheran und eine Öffnung des Landes erreichen zu wollen. Nach Akkoyunlus Lesart bewirkt der Krieg jedoch das Gegenteil: Die internen Machtkämpfe in Iran hätten jene Kräfte gestärkt, die kompromissloser auftreten als die bisherige Führung.
