Die schwarz-rote Koalition aus Union und SPD will die Tabaksteuer in Deutschland bis 2030 deutlich stärker erhöhen als ursprünglich vorgesehen, sodass eine Schachtel mit 20 Zigaretten dann im Durchschnitt 11,78 Euro kosten soll.

Geplante Preisstufen bis 2030

Nach Informationen aus Koalitionskreisen, die am Tag vor der Veröffentlichung bekannt wurden, plant die Bundesregierung um Bundesfinanzminister Lars Klingbeil eine schrittweise Anhebung der Tabaksteuer. Eine 20er-Packung Zigaretten würde damit von derzeit rund acht Euro auf fast 12 Euro im Jahr 2030 steigen. Der Entwurf sieht zudem vor, dass auch Tabaksubstitutprodukte wie Vapes und E-Zigaretten stärker besteuert werden.

Das Bundeskabinett hatte den ursprünglichen Gesetzesentwurf zur Tabaksteuererhöhung erst in der Vorwoche verabschiedet. Gegenüber dem ursprünglichen Entwurf will die schwarz-rote Koalition die zu erwartenden Mehreinnahmen für das Jahr 2027 nach Angaben aus dem Bundestag um rund 0,8 Milliarden Euro auf etwa 1,55 Milliarden Euro aufstocken. Insgesamt rechnet der Bund ab 2030 mit mehr als 3,5 Milliarden Euro an zusätzlichen Steuereinnahmen durch Tabakwaren pro Jahr. Für das kommende Jahr werden 756 Millionen Euro an Mehreinnahmen erwartet.

Bereits im kommenden Jahr 2026 dürfte eine Packung mit 20 Zigaretten nach der geplanten Anhebung im Schnitt 9,10 Euro kosten und damit 33 Cent mehr als zuvor angenommen. Bis 2030 entspricht der projizierte Preis von 11,78 Euro einem Plus von 42 Cent gegenüber der Annahme im ursprünglichen Gesetzentwurf des Ministeriums. Branchenvertreter gehen davon aus, dass Markenzigaretten pro 20er-Packung sogar 13 bis 14 Euro kosten könnten; derzeit liegen einige Marken bei rund 9,40 Euro.