Die Salzburger Festspiele sind am Samstag auf der Pernerinsel in Hallein mit einer radikal gekürzten und neuinszenierten Fassung von Johann Wolfgang von Goethes „Faust, der Tragödie erster Teil" unter der Regie von Ulrich Rasche eröffnet worden.

Spielort und Konzept

Die Premiere auf der Pernerinsel, einer Spielstätte der Festspiele in der Nähe von Salzburg, markierte den Auftakt des Festivals in einer Übergangssaison. Regisseur Ulrich Rasche, der nach Inszenierungen von Aischylos' „Die Perser", Lessings „Nathan der Weise" und Donizettis Oper „Maria Stuarda" als Stammgast des Festivals gilt, präsentierte eine stark gekürzte Textfassung mit einem auf fünf Mitwirkende reduzierten Ensemble. Die Aufführung dauerte etwas mehr als drei Stunden und erntete beim Publikum freundlichen bis euphorischen Applaus.

Gespielt wird auf dem nackten Bühnenhaus, dem markanten Backsteinbau eines früheren Salzspeichers. Das Bühnenbild, das Rasche selbst entworfen hat, besteht aus einer stetig sanft rotierenden Drehscheibe im Bühnenboden mitsamt einem inneren Ring, der die meiste Zeit gegengleich läuft. Aus dem Schnürboden sind zwei riesige rechteckige Lichtkästen an einer ringförmigen Deckenkonstruktion befestigt, die um ihre eigene Achse rotieren und sich zu einer großen Lichtfläche ausfalten können. Sie bilden je nach Position entweder eine überdimensionale Leinwand über dem Geschehen oder einen schmalen Korridor, der nach der Beschreibung des Rezensenten wie ein psychedelischer Geburtskanal wirkt.