Der russische Oppositionspolitiker Boris Nadeschdin hat über den Onlinedienst Telegram seinen Rückzug von der Kandidatur für die russische Parlamentswahl im September 2026 bekannt gegeben und erklärt, er sei zum Schweigen gebracht und aus der Politik gedrängt worden.
Rückzug mit klaren Worten
Nadeschdin begründete seinen Schritt mit dem Verlust jeglicher legaler Handlungsfähigkeit. Er sei zum Schweigen gebracht und aus der Politik gedrängt worden, schrieb er auf Telegram. Seine Möglichkeiten, in Russland auf legalem Wege Oppositionspolitik zu betreiben, seien ausgeschöpft. Gleichzeitig erklärte er, er sei nicht bereit, all jene in Gefahr zu bringen, die ihn unterstützen und an seinem Wahlkampf teilgenommen haben.
Der 63-Jährige, der von Beruf Physiker ist und sich seit mehr als dreißig Jahren in der russischen Politik bewegt, galt als einer der wenigen Politiker in Russland, die es wagen, Präsident Putin und die russische Offensive gegen die Ukraine offen zu kritisieren. Für die im September anstehende Dumawahl hatte er sich als russischer Patriot positioniert, der für die Verfassung eintrete, billigeren Benzinpreis versprach und sich gegen Internetsperren aussprach.
