Im EU- und Nato-Land Rumänien geht die seit Wochen schwelende Regierungskrise in eine neue Runde: Nicusor Dan beauftragte den bisher wenig bekannten Adrian Vestea der bürgerlichen Partei PNL mit einer Regierungsbildung, nachdem sein erster Kandidat, Eugen Tomac, zehn Tage nach seiner Nominierung zurückgezogen hatte.

Wer ist der designierte Regierungschef?

Vestea ist Kreisratsvorsitzender der Region Brasov und war von 2023 bis 2024 Entwicklungsminister. Er gehört innerhalb der PNL zu einer kleinen Fraktion, die gegen den Partei- und ehemaligen Regierungschef Ilie Bolojan aufbegehrt. Der designierte Regierungschef kündigte an, er wolle eine Regierung bilden, die Reformen in Angriff nehme und Rumänien auf pro-westlichem Kurs halte. Vestea soll sich mit seinem geplanten Kabinett im Parlament nun zur Abstimmung stellen.

Der als äußerst reformeifrig und proeuropäisch von vielen Rumänen geschätzte Bolojan war am 5. Mai vom Parlament per Misstrauensvotum gestürzt worden, auf Antrag der bis vor kurzem mitregierenden Sozialdemokraten (PSD) und AUR. Bis zu seinem Sturz am 5. Mai regierte Bolojan an der Spitze einer Koalition aus PSD, PNL, USR sowie UDMR.