Das österreichische Bildungsministerium plant mit Wirken ab dem Schuljahr 2026/27 flexiblere Aufstiegsregeln für Kinder in Deutschförderklassen, damit künftig weniger Schülerinnen und Schüler im „außerordentlichen" Status ein Schuljahr verlieren.

Die Ausgangslage ist seit Jahren dieselbe: In Österreich müssen seit dem Schuljahr 2018/19 Schulanfänger und Quereinsteiger aus dem Ausland, die beim umstrittenen Zuteilungstest MIKA-D nicht gut genug abschneiden, separate Deutschförderklassen und -gruppen besuchen. In dem von Schwarz-Blau eingeführten Modell werden „außerordentliche" Schüler bis zu zwei Jahre lang maximal 20 Stunden pro Woche in eigenen Klassen oder Gruppen in Deutsch gefördert. Gemeinsamen Unterricht mit der Stammklasse gibt es nur in Fächern wie Werken, Musik oder Turnen.

Die Folge dieser Konstruktion ist eine hohe Zahl an sogenannten Bildungsverlusten. Laut dem jüngsten OECD-Bericht „Education at a Glance" stieg der Anteil der überalterten Schülerinnen und Schüler – also jener, die mindestens zwei Jahre älter sind als für ihre Klassenstufe vorgesehen – in den Mittelschulen und AHS-Unterstufen zwischen 2015 und 2023 von 6,5 auf 9,1 Prozent. Verantwortlich gemacht werden dafür vor allem das in anderen Ländern unübliche System der Klassenwiederholung, die separate Deutschförderung und die Vorschulklassen.