Der frühere spanische Ministerpräsident Mariano Rajoy hat vor dem WM-Halbfinale zwischen Spanien und Frankreich mit rassistischen Bemerkungen über die französische Mannschaft einen politischen Eklat ausgelöst und scharfe Reaktionen aus Paris und Madrid hervorgerufen.

In einem Beitrag für das spanische Medium „El Debate" schrieb Rajoy über den Halbfinalgegner Frankreich, dass die Equipe Tricolore zwar eine Mannschaft auf höchstem Niveau habe, es in ihr aber keine Franzosen gebe. Die Aussage löste umgehend Empörung aus, weil sie implizit die zahlreichen Spieler mit Migrationshintergrund aus dem Kader ausgrenzte. Der frühere Politiker gehört der konservativen Volkspartei Partido Popular an, die er von 2004 bis 2018 als Vorsitzender führte.

Was Rajoy konkret schrieb

Der Präsident des französischen Fußballverbands, Philippe Diallo, reagierte auf der Plattform X mit scharfen Worten. Rajoys Äußerungen zeugten von „unerträglichem Rassismus", schrieb Diallo. Die französischen Spieler bräuchten keine „Staatsbürgerschaftsnachweise" von einem ehemaligen spanischen Ministerpräsidenten. Diallo fügte hinzu, die Bemerkungen würfen zudem „Fragen nach dem verwerflichen Klima auf, das solchen Gestank erst ermöglicht".