London, 06 Juni 2026

Der russische Präsident Wladimir Putin hat beim Internationalen Wirtschaftsforum in Sankt Petersburg ein offenes Gesprächsangebot des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj demonstrativ zurückgewiesen, während Bundeskanzler Friedrich Merz, Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und der britische Premierminister Keir Starmer am Sonntag in London mit Selenskyj über das weitere Vorgehen im Ukraine-Krieg beraten wollen.

Putin sagte am Freitagabend auf dem Wirtschaftsforum in Sankt Petersburg, er sehe derzeit keinen Grund für ein direktes Treffen mit dem ukrainischen Präsidenten. Selenskyj hatte ihm in einem offenen Brief direkte Gespräche über ein Ende des seit mehr als vier Jahren andauernden Kriegs vorgeschlagen. Putin bezeichnete den Brief als Schriftstück, das "Elemente der Unhöflichkeit" enthalte, und fragte: "Ist das ein Weg, die Voraussetzungen für persönliche Treffen und Verhandlungen zu schaffen, oder ist es ein Weg, ein Umfeld zu schaffen, in dem persönliche Treffen tatsächlich unmöglich sind? Ich denke, Letzteres trifft zu." Ein Treffen könne erst stattfinden, "wenn eine endgültige Einigung über eine Friedenslösung erzielt worden sei".

Drohnenangriffe überschatten das Petersburger Forum

Das Manöver fiel mit dem Petersburger Wirtschaftsforum zusammen, das als Putins Prestigeprojekt zur Demonstration russischer Wirtschaftsstärke gilt und seit 1997 stattfindet. Am ersten Tag des Forums trafen ukrainische Drohnenangriffe eine Ölraffinerie und erzeugten schwarze Rauchwolken über der Altstadt. Zudem wurde der Flughafen von Sankt Petersburg wegen der Drohnenangriffe zeitweise geschlossen. In der Nacht zum Samstag, dem letzten Tag des Forums, wurden nach russischen Angaben Hunderte ukrainische Drohnen über Russland abgefangen. Der Gouverneur der Region, Alexander Drosdenko, erklärte: "Die Kampfhandlungen dauern an."