Hannover, 17 Juli 2026
Vor dem Landgericht Hannover hat am Freitag der Prozess gegen einen 49-jährigen Arzt der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) begonnen, dem die Staatsanwaltschaft den Mord an drei schwer kranken Patienten zwischen 2019 und 2025 vorwirft.
Nach Angaben der Staatsanwaltschaft laufen die Ermittlungen gegen den Mediziner seit dem Jahr 2025. Die Anklage stützt sich auf drei Vorwürfe aus den Jahren 2019, 2020 und 2025. Im Mai 2019 soll der damals als Notarzt eingesetzte Mann zu einer schwer kranken älteren Frau in eine Demenz-WG in Hannover gerufen worden sein. Dort habe er der Patientin entgegen medizinischer Notwendigkeit Medikamente verabreicht, um sie an Ort und Stelle zu töten.
Im Zentrum der Anklage steht zudem der Fall einer Patientin in derselben Demenz-WG. Laut Landgericht sei die Frau zunächst lediglich eingeschlafen und nicht verstorben. Der Angeklagte habe ihr daraufhin drei weitere Ampullen Fentanyl verabreicht, um ihren Tod in seiner Anwesenheit herbeizuführen. Bei einem dritten Vorfall wirft die Anklage dem Arzt vor, als Notarzt entschieden zu haben, eine Patientin trotz medizinischer Notwendigkeit nicht in ein Krankenhaus einzuweisen und sie vor Ort getötet zu haben.
