Weiden, 11 Juni 2026
Vor dem Landgericht Weiden hat am Donnerstag der Prozess gegen einen früheren Geschäftsführer einer inzwischen insolventen Entsorgungsfirma und einen 57-jährigen Tschechen begonnen, die illegale Müllexporte nach Tschechien sowie eine Gesundheitsgefährdung von Mitarbeitern im Kreis Schwandorf verantworten sollen.
Anklagepunkte und Vorwürfe
Die Staatsanwaltschaft wirft dem 53-jährigen Deutschen vor, in 13 Fällen illegale gefährliche Abfälle ins Ausland gebracht zu haben. Darunter befanden sich nach Angaben des Gerichts glas- beziehungsweise carbonfaserverstärkter Kunststoff und Teile von Lithium-Ionen-Batterien. Beide Angeklagte sind zudem gemeinschaftlich der illegalen Verbringung von nicht gefährlichen Abfällen in 39 Fällen angeklagt.
Der Hauptangeklagte, der in Fußfesseln in den Gerichtssaal geführt worden war, war Geschäftsführer der inzwischen insolventen Entsorgungsfirma. Ihm wird laut Anklage zur Last gelegt, eine nicht voll funktionstüchtige Anlage nicht stillgelegt zu haben, obwohl er dazu verpflichtet gewesen wäre. Dadurch habe er seine Mitarbeiter im Kreis Schwandorf krebserregenden Stoffen wie Nickel, Kobalt und Mangan ausgesetzt.
