Wien, 01 Juli 2026

Das Wiener Landesgericht hat am Mittwochvormittag alle zehn Angeklagten im Prozess um einen brutalen Gruppenangriff auf vier junge Männer im Wasserpark in Wien-Floridsdorf am 19. November 2025 freigesprochen.

Wie Gerichtssprecherin Christina Salzborn bestätigte, sprach die Schöffenkammer am späten Mittwochvormittag alle zehn Männer im Alter zwischen 15 und 27 Jahren frei. Die Staatsanwaltschaft warf den Männern schwere Körperverletzung vor, wobei einigen lediglich Beitragshandlungen, anderen wiederum nur der Versuch angekreidet wurde. Im Fall des jüngsten Angeklagten stand auch versuchter Mord im Raum. Die zehn Männer wurden nach dem Urteil enthaftet.

Hintergrund: Vom Chatgruppen-Aufruf zur „massiven Gewaltattacke"

Den Hintergrund der Tat bildet laut Anklage eine sogenannte „Ehrverletzung". Demnach habe sich einer der Angeklagten das nicht gefallen lassen wollen. In der Folge soll er seine Bekannten über eine Chatgruppe aufgerufen haben, nach Floridsdorf zu kommen – Grund: eine laut Anklage „gewaltige Abreibung". Rund 30 Syrer waren am 19. November 2025 mit Stöcken, Schlagringen, einer Schreckschusspistole, Pfefferspray und Messern auf ihre Opfer losgegangen. Die Anklagevertreterin ortete bei Prozessbeginn in ihrem Plädoyer eine „massive Gewaltattacke".

Zum Ablauf am Tag der Tat: Das Opfer, das an eine friedliche Aussprache geglaubt hatte, war damals zum Skaterplatz im Wasserpark bestellt worden. Er nahm seinen jüngeren Bruder und zwei Freunde mit. Daraufhin kam es zu der Gewalteskalation. Sie wurden damals zum Teil schwer verletzt.