Karin Prien (CDU) hat am Montag in Berlin den Nationalen Bildungsbericht „Bildung in Deutschland 2026" vorgestellt, der eine anhaltend starke Abhängigkeit des Bildungserfolgs vom sozialen Hintergrund dokumentiert.

Bildungsschere öffnet sich früh

Der alle zwei Jahre erscheinende Bericht wurde von einer unabhängigen Wissenschaftlergruppe im Auftrag von Bund und Ländern erstellt. Er soll als Grundlage für bildungspolitische Entscheidungen dienen. Karin Prien (CDU) bezeichnete die Befunde bei der Vorstellung als besorgniserregend und verwies darauf, dass die Herkunft weiterhin über die Chancen eines Kindes mitentscheide.

Kernergebnis des Berichts ist eine sogenannte Bildungsschere, die sich bereits ab der Geburt öffne und sich bis zur Einschulung vergrößere. Prien sagte wörtlich: „Die geht im Grunde mit der Geburt auf, vergrößert sich bis zur Einschulung und dann bleibt sie nahezu gleich, was aber kein guter Befund ist." An anderer Stelle formulierte sie: „Die Bildungsschere tut sich ab der Geburt auf. Das entsteht nicht erst in der Schule – in Wahrheit ist es genau andersrum: Die Schere ist zu, wenn ein Kind auf die Welt kommt, und sie öffnet sich dann bis zur Einschulung. Und danach wird sie nur noch unwesentlich geschlossen."