Die von CDU/CSU und SPD im Koalitionsvertrag vereinbarte BAföG-Reform droht zu scheitern, nachdem Forschungsministerin Dorothee Bär (CSU) und Unionsfraktionschef Jens Spahn (CDU) das Vorhaben öffentlich infrage gestellt haben.

Die Reform sollte bereits mit dem kommenden Wintersemester starten und in einem ersten Schritt die Wohnkostenpauschale für Studierende, die nicht bei den Eltern wohnen, von 380 auf 440 Euro monatlich anheben. Ein Jahr später war die schrittweise Anhebung des Grundbedarfs auf das Niveau der Grundsicherung vorgesehen, deren Regelsatz derzeit bei 563 Euro liegt.

Doch Ende Mai äußerte Unionsfraktionschef Jens Spahn Zweifel an dem Plan. Staatliche Leistungen wie Bürgergeld, Wohngeld, Elterngeld oder BAföG würden voraussichtlich nicht erhöht werden können, sagte der CDU-Politiker. Wenige Tage später zog Forschungsministerin Bär nach und erklärte gegenüber den Zeitungen der Funke Mediengruppe, sie erwarte nicht mehr, dass die Reformvorschläge in ihrer jetzigen Form eine Mehrheit fänden.