Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) hat am Donnerstag einen Entwurf für eine Reform der Pflegeversicherung vorgestellt, der mit Einsparungen in Milliardenhöhe das Defizit der Kassen verringern und einen Anstieg der Beiträge verhindern soll.

Finanzlage der Pflegeversicherung

Der Entwurf, über den zuerst das Portal Politico berichtete und der dem ARD-Hauptstadtstudio sowie dem Tagesspiegel vorliegt, sieht eine Vielzahl von Maßnahmen vor, um die Einnahmen der sozialen Pflegeversicherung zu erhöhen und die Ausgaben zu senken. Hintergrund ist ein erwartetes Defizit von 7,6 Milliarden Euro im kommenden Jahr bei einem allgemeinen Beitragssatz von derzeit 3,6 Prozent. Warken bezifferte die kumulierte Lücke in den kommenden beiden Jahren auf rund 22,5 Milliarden Euro.

Mehr als sechs Millionen Menschen sind in Deutschland nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums pflegebedürftig. Die Alterung der Gesellschaft und steigende Pflegekosten belasten die Kassen zunehmend. Die Reform soll verhindern, dass die Beitragssätze weiter steigen. Im Gesetzentwurf heißt es dazu: „Weitere Anhebungen der Beitragssätze kommen hierbei nicht in Betracht".