ORF-Generaldirektorin Ingrid Thurnher hat am Dienstagabend im ORF-Zentrum in Wien vor massiven Sparplänen gewarnt, die zusätzlich zum laufenden Sparkurs auf das Medienhaus zukommen könnten.

Kolportiert werde, dass zusätzlich zum gegenwärtig zu stemmenden Sparpaket ein weiteres in Höhe von 80 bis 90 Millionen Euro pro Jahr auf den ORF zukomme, sagte Thurnher bei einer Veranstaltung zur Ehrung der Journalistinnen und Journalisten des Jahres. „Das ist in einer Dimension und Kurzfristigkeit, die an den Grundfesten rüttelt“, warnte sie.

„Ja, der ORF wird weiter sparen müssen“, stellte Thurnher klar und fügte hinzu: „Das Publikum wird es spüren.“ Tabu müsse jedoch der Kern des öffentlich-rechtlichen Auftrags bleiben – „unabhängige, qualitätsvolle Information“. Sie betonte: „Der ORF ist nicht Spielball der Politik. Der ORF gehört dem Publikum.“

Politischer Hintergrund der Sparpläne

Hintergrund der drohenden Finanzierungslücke ist ein Vorstoß der ÖVP. Die Partei will die Abgeltung des Bundes für den Entfall der Umsatzsteuer und den damit einhergehenden Vorsteuerabzug mit dem Umstieg auf den ORF-Beitrag streichen. ÖVP-Generalsekretär Nico Marchetti sprach davon, dass der ORF einen Beitrag zur Budgetkonsolidierung leisten müsse.