Österreichs Automarkt wächst im ersten Halbjahr 2026 um 15,7 Prozent
9.7.2026
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Kurzfassung
Im ersten Halbjahr 2026 wurden in Österreich 223.734 Kraftfahrzeuge neu zugelassen, ein Plus von 15,7 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Elektro- und Hybridantriebe erreichten zusammen einen Marktanteil von 65,5 Prozent und trieben das Wachstum deutlich an.
Im ersten Halbjahr 2026 sind in Österreich 223.734 Kraftfahrzeuge neu zugelassen worden, was einem Anstieg von 15,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum entspricht und den heimischen Automarkt auf Rekordkurs bringt.
Wie die Statistik Austria am Donnerstag bekanntgab, entfielen auf Personenkraftwagen 164.529 Neuzulassungen, ein Plus von 15 Prozent. Damit liegt der Pkw-Markt klar über dem Niveau des Vorjahreszeitraums und bewegt sich laut Branchenbeobachtern auf ein Gesamtjahresergebnis von deutlich mehr als 300.000 Einheiten zu.
Der Aufwärtstrend bei den Pkw-Neuzulassungen hält seit mittlerweile einem ganzen Jahr an und gewann im Juni 2026 weiter an Dynamik, gegenüber Juni 2025 stieg die Zahl der Neuzulassungen um 22,9 Prozent. Generaldirektorin Manuela Lenk von Statistik Austria sagte: "Der Aufwärtstrend hält seit einem Jahr an und gewinnt weiter an Dynamik."
Alternative Antriebe dominieren den Markt
Eine wesentliche Rolle spielt der Wandel hin zu alternativen Antrieben. Rund zwei Drittel (107.836) hatten den Angaben zufolge einen alternativen Antrieb - ein Plus von 27,1 Prozent. Damit fahren bereits zwei Drittel aller Neuwagen elektrisch oder hybrid. Der Anteil reiner Elektroautos an allen Neuzulassungen liegt bei 24,3 Prozent und damit über dem europäischen Durchschnitt.
Bei den reinen Elektro-Pkw wurden im ersten Halbjahr 40.060 Fahrzeuge neu registriert, ein Viertel mehr als im Vorjahreszeitraum. "Wir bewegen uns mit einem Elektroanteil von 24,3 Prozent deutlich über dem Europa-Schnitt", sagte Lenk. Damit erhöhte sich hierzulande die Zahl neuer Elektroautos auf den Straßen um 27 Prozent auf 40.060.
Spitzenreiter bei den Elektro-Neuzulassungen ist Tesla mit einem Anteil von 10,6 Prozent, dicht gefolgt von Skoda (10,5 Prozent), BMW (9,9 Prozent) und dem chinesischen Newcomer BYD (9,8 Prozent). Bei den Wachstumsraten unter den Top-Ten-Marken führen Kia (plus 112,2 Prozent), Skoda (plus 62,8 Prozent) und Mercedes (plus 56,6 Prozent) das Feld an.
Markenranking: VW vorn, BYD mit größtem Sprung
BYD verzeichnet insgesamt die stärksten Zuwächse am österreichischen Markt: Die stärksten Zuwächse verzeichneten BYD (plus 77 Prozent), Seat (plus 19,5 Prozent), Mercedes (plus 17,3 Prozent), Skoda (plus 16,6 Prozent), Audi (plus 14 Prozent) und VW (plus 13,7 Prozent). Der Wettbewerb am heimischen Neuwagenmarkt habe durch den Markteintritt der chinesischen Mitbewerber nochmals an Intensität dazugewonnen, dem können wir uns nicht entziehen, sagte Hans Peter Schützinger, Sprecher der Geschäftsführung der Porsche Holding Salzburg.
Trotz der Dynamik bei den Stromern bleiben klassische Antriebe in Österreich weiterhin relevant. Alles in allem war VW mit einem Anteil von 13,9 Prozent die meistgekaufte Marke. Dahinter folgten Skoda (10,7 Prozent), Audi (6,6 Prozent) und BMW (6,3 Prozent). Es kamen nur 40.509 neue Benziner (minus 0,1 Prozent) sowie 16.184 Dieselautos (minus 8,3 Prozent) hinzu.
Konventionelle Antriebe waren heuer bei den Neuzulassungen bisher im Rückwärtsgang - mit einem österreichweiten Minus von 2,6 Prozent. Benzin-Hybride legten hingegen um ein Drittel auf 60.910 Einheiten zu, während Diesel-Hybride um 10,7 Prozent auf 6.864 Neuzulassungen abgaben.
Bei den privaten Käuferinnen und Käufern zeigt sich ein differenziertes Bild. Von Privaten neu zugelassen wurden 34,2 Prozent der Elektro-Pkw, 40,3 Prozent der Benziner, 39,5 Prozent der Benzin-Hybridautos und nur 25,6 Prozent der Diesel-Hybrid-Pkw und 19 Prozent der Dieselautos. Fast zwei Drittel aller Neuwagenkäufe tätigten juristische Personen, Firmen und Gebietskörperschaften, nur 35,8 Prozent erfolgten durch private Fahrzeughalterinnen und -halter.
Privatkunden und Firmenanteile
Bei Diesel-Pkw liegt der Unternehmensanteil sogar bei 81 Prozent. Schützinger sagte: "Erfreulich ist dabei, dass immer mehr Privatkunden auf die E-Mobilität setzen."
Ein wichtiger Treiber des Junis war zudem ein rechtlicher Effekt. Ein Gesetz, das ab 7. Juli vier neue Assistenzsysteme vorschreibt, dürfte viele Käufer zum raschen Handeln bewogen haben. Schützinger erläuterte, das erste Halbjahr sei im Juni auch von vorgezogenen Neuzulassungen vieler Marken aufgrund der "EU auslaufenden Serien" gepusht gewesen.
Vorgezogene Käufe wegen neuer Assistenzpflicht
Hinter dem Personenwagengeschäft entwickeln sich auch die Nutzfahrzeugsegmente uneinheitlich. Darunter befanden sich 18.710 Lkw der Klasse N1 (plus 46,4 Prozent). Die Neuzulassungen von Lkw der Klasse N3 gingen dagegen um 1,9 Prozent auf 1.533 zurück. Im Juni 2026 haben sich die N1-Lkw-Neuzulassungen in Österreich im Vergleich zum Vorjahr nahezu verdoppelt.
Im Bereich der Zweiräder legten Motorräder um 7,5 Prozent auf 22.015 Einheiten zu, Mopeds stiegen um 14,8 Prozent auf 5.724. Auch die Land- und Forstwirtschaft zeigte sich robust: 4.195 land- und forstwirtschaftliche Zugmaschinen (plus 13,3 Prozent) wurden neu zugelassen. Darüber hinaus wurden auch zwei Autos mit Wasserstoffantrieb neu zugelassen.
Nutzfahrzeuge, Motorräder und Landwirtschaft
Marken mit Gegenwind sind ebenfalls sichtbar. Weniger Neuzulassungen gab es bei den Marken Dacia und Toyota (beide minus 6,7 Prozent) sowie bei Cupra (minus 4,6 Prozent) und BMW (minus 2,3 Prozent). Damit bleibt das Markenranking in Bewegung, insbesondere der Druck aus Asien verändert die Wettbewerbslage.
Wie nachhaltig der schnelle Anstieg bei den Elektroautos ist, werden wir erst im Herbst an den Auftragseingängen sehen - die Richtung stimmt aber einmal, sagte Schützinger. Er verwies zudem auf zwei strukturelle Treiber: "Das starke BEV-Wachstum lässt sich neben den vielen neuen E-Fahrzeugen auch auf die hohen Spritpreise der letzten Monate begründen."
Der heimische Automarkt bewegt sich heuer nach einem starken ersten Halbjahr, welches im Juni auch von vorgezogenen Neuzulassungen vieler Marken aufgrund der "EU auslaufenden Serien" gepusht war, auf ein Jahresergebnis von klar über 300.000 Neuzulassungen zu, bilanzierte Schützinger. Damit deutet alles darauf hin, dass 2026 als Rekordjahr in die österreichische Automobilstatistik eingehen wird.
Ausblick: Nachhaltigkeit des Booms ist offen
Porsche Holding Salzburg gilt als Europas größter Autohändler und beobachtet die Entwicklung eng. Die Kombination aus Modellvielfalt, Spritpreisen und regulatorischen Stichtagen dürfte die Dynamik zumindest im Sommerhalbjahr hochhalten - bevor im Herbst die Orderbücher zeigen, wie nachhaltig der Boom tatsächlich ist.
Fragen & Antworten
Wer hat das Wachstum am österreichischen Automarkt im ersten Halbjahr 2026 bestätigt?
Statistik Austria hat die Halbjahreszahlen am Donnerstag veröffentlicht. Generaldirektorin Manuela Lenk erklärte, der Aufwärtstrend halte seit einem Jahr an und habe im Juni 2026 weiter an Dynamik gewonnen.
Welche Marke verzeichnete in Österreich das größte Wachstum?
Den größten Zuwachs bei den Neuzulassungen verzeichnete BYD mit plus 77 Prozent, gefolgt von Seat (plus 19,5 Prozent), Mercedes (plus 17,3 Prozent), Skoda (plus 16,6 Prozent), Audi (plus 14 Prozent) und VW (plus 13,7 Prozent).
Wie hoch ist der Anteil der Elektroautos an den Neuzulassungen in Österreich?
Der Anteil reiner Elektro-Pkw an allen Neuzulassungen liegt bei 24,3 Prozent und damit über dem europäischen Durchschnitt. Zusammen mit Hybriden erreichen elektrifizierte Antriebe einen Anteil von 65,5 Prozent.
Österreich Automarkt H1 2026: E-Autos treiben Rekord | finanz360