Österreich kündigt an, sich auf europäischer Ebene im Rahmen des Vergaberechts für Regeln einzusetzen, die kleinen und mittleren Unternehmen mehr Wertschöpfung bringen als bisher.

Im Zentrum der österreichischen Initiative steht die Überarbeitung der EU-Vergaberichtlinien. Das Land will demnach auf europäischer Ebene darauf drängen, dass öffentliche Aufträge stärker an kleine und mittlere Unternehmen (KMU) gehen und nicht primär an Großkonzerne fließen. Hintergrund ist die Sorge, dass die bestehenden Regelungen großen, oft internationalen Anbietern strukturelle Vorteile verschaffen.

67 Milliarden Euro jährlich im Fokus

Eine Studie des Supply Chain Institute (ASCII) am Österreichischen Institut für Wirtschaftsforschung (WIFO) beziffert die jährlichen Beschaffungsausgaben der österreichischen öffentlichen Hand auf 67 Milliarden Euro. Dieser Betrag umfasst Produkte und Dienstleistungen, die von Bund, Ländern, Gemeinden und öffentlichen Unternehmen eingekauft werden. Angesichts dieser Größenordnung hat die Ausgestaltung des Vergaberechts erhebliche Auswirkungen auf die heimische Wirtschaftsstruktur.