Nach dem Anschlag auf den Christopher Street Day in Berlin mit einer Toten und dutzenden Verletzten verschärft Österreich die Debatte um elektronische Fußfesseln für radikale Gefährder; Verfassungsschutzchefin Sylvia Mayer und Innenminister Gerhard Karner (ÖVP) dringen auf eine Ausweitung des Instruments.

Am Samstagabend war der 21-jährige deutsche Staatsbürger mit libanesischen Wurzeln Abdul B. mit einem Kleintransporter in die Menschenmenge des Christopher Street Days (CSD) gerast und hatte dabei eine 65-jährige Frau aus Polen getötet. Nach jüngsten Angaben vom Dienstag wurden 31 Menschen verletzt, wie aus den vorliegenden Informationen hervorgeht; einzelne deutsche Berichte sprachen zuvor von 29 Verletzten. Er wurde beim Zugriff der Polizei am Sonntag erschossen, nachdem er die Beamten mit einer Stichwaffe bedroht haben soll.

Die österreichischen Staatsschützer sehen keine Verbindung des Attentäters von Berlin zur Islamistenszene Österreichs. Deutsche Medien hatten zuvor berichtet, dass Abdul B. in den Jahren 2023-24 nach islamischem Recht mit einer Frau aus Salzburg verheiratet gewesen sei; ein Bezug zur organisierten Szene im Nachbarland ließ sich nach Angaben der Direktion Staatsschutz und Nachrichtendienst (DSN) aber nicht erhärten. Abdul B. hatte früher vergeblich versucht, sich der Terrororganisation Islamischer Staat (IS) in Syrien anzuschließen.