Vor dem Oberlandesgericht Dresden wird am Freitag (10.00 Uhr) das Urteil im rund acht Monate langen Staatsschutzverfahren gegen die 45-jährige Susann E. erwartet, die als mutmaßliche Unterstützerin der Neonazi-Terrorzelle NSU angeklagt ist.

Die Anklage wirft Susann E. vor, die terroristische Vereinigung Nationalsozialistischer Untergrund (NSU) unterstützt und Beihilfe zu einer schweren räuberischen Erpressung mit Waffen geleistet zu haben. Die Bundesanwaltschaft sieht es als erwiesen an, dass die Angeklagte dem Trio um Beate Zschäpe, Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos über Jahre hinweg logistisch zur Seite stand. Konkret soll sie unter anderem beim Anmieten eines Wohnmobils geholfen haben, das der NSU im Jahr 2011 bei ihrem letzten Raubüberfall in Eisenach nutzte.

Anklagevorwurf und Rolle im NSU-Netzwerk

Das NSU-Trio hatte ab dem Jahr 2000 jahrelang unerkannt zehn Morde und 43 Mordversuche in ganz Deutschland verübt. Die Täter Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos entzogen sich im November 2011 durch Suizid einer drohenden Festnahme nach dem Raubüberfall in Eisenach. Die mitangeklagte Beate Zschäpe wurde später in Zwickau festgenommen; das Kernverfahren gegen sie endete 2018 mit einer lebenslangen Freiheitsstrafe.