Fünfzehn Jahre nach den rechtsterroristischen Anschlägen vom 22. Juli 2011 hat Norwegen am Dienstag mit Gedenkfeiern in Oslo und auf der Insel Utøya der 77 Todesopfer gedacht, darunter 69 Teilnehmer eines Sommerlagers der Jugendorganisation der sozialdemokratischen Arbeiterpartei.
Am Jahrestag der Anschläge versammelten sich am späten Vormittag Angehörige, Überlebende und Vertreter des öffentlichen Lebens am Osloer Dom. Im Anschluss fand auf der Insel Utøya, rund 40 Kilometer nordwestlich der Hauptstadt, die zentrale Gedenkveranstaltung statt. König Harald V. und Ministerpräsident Jonas Gahr Støre gehörten zu den Rednern, die der Getöteten gedachten und zugleich vor einer wachsenden Polarisierung in der norwegischen Gesellschaft warnten.
Im Sommerlager auf Utøya hatten sich am 22. Juli 2011 vor allem Jugendliche zwischen 14 und 19 Jahren aufgehalten. Der Rechtsterrorist Anders Behring Breivik tötete nach Überfahrt mit einer Fähre 69 Teilnehmer des Camps, bevor er von der Polizei festgenommen wurde. Wenige Stunden zuvor hatte er bei einem Bombenanschlag im Regierungsviertel von Oslo acht weitere Menschen getötet und zahlreiche weitere verletzt. Insgesamt starben 77 Menschen.
