Nora Haukland nach Urteil gegen Høiby: „Kleiner Sieg | finanz360
Nora Haukland äußert sich nach Urteil gegen Marius Borg Høiby und kündigt weitere öffentliche Stellungnahme an
Wien, 19. Juni 2026
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Kurzfassung
Nach der Verurteilung von Marius Borg Høiby durch das Bezirksgericht Oslo hat sich dessen Ex-Partnerin Nora Haukland in einem Instagram-Post ausführlich zu ihrer Situation geäußert. Die norwegische Influencerin bezeichnete den Tag des Urteils als „kleinen Sieg“ und kündigte an, sich auch im Falle einer Berufung nicht zurückzuziehen.
Die norwegische Influencerin Nora Haukland hat sich in einem Instagram-Post vom 18. Juni 2026 ausführlich zu ihrer emotionalen Lage nach dem Urteil des Bezirksgerichts Oslo gegen ihren Ex-Partner Marius Borg Høiby geäußert und eine fortgesetzte öffentliche Stellungnahme angekündigt.
Hintergrund des Verfahrens
Marius Borg Høiby, der älteste Sohn von Norwegens Kronprinzessin Mette-Marit, war zuvor vom Bezirksgericht Oslo unter anderem wegen zweifacher Vergewaltigung sowie wegen Missbrauchs in engen Beziehungen zum Nachteil von Nora Haukland zu einer Freiheitsstrafe von vier Jahren verurteilt worden. Gegen das Urteil wurde vonseiten Høibys Berufung angekündigt; Høiby weist die schwereren Vorwürfe weiterhin zurück und hatte lediglich geringfügigere Anklagepunkte eingeräumt.
Die 29-jährige Nora Haukland hatte bereits im Vorfeld der Verhandlung schwere Vorwürfe gegen ihren Ex-Partner erhoben und in dem hochkarätigen Prozess ausgesagt. In einem am 18. Juni 2026 veröffentlichten, längeren Instagram-Beitrag schilderte sie nun ihre unmittelbaren Reaktionen auf das Urteil. Sie schrieb unter anderem, sie habe am Tag vor dem Post „in Embryonalhaltung“ gelegen, wies aber zugleich darauf hin, dass sie sich nicht klein machen, nicht schweigen und nicht zerbrechen werde.
Reaktion auf das Urteil
In dem Beitrag bezeichnete Haukland den Tag des Urteils als „wie ein kleiner Sieg“. Sie erklärte, dass das Wissen, im Rechtssystem Hoffnung auf Gerechtigkeit zu finden, ihr Wärme in einer ansonsten schwierigen Situation gegeben habe, die „sonst schwer, schmerzhaft und erschöpft gewesen ist“.
Darüber hinaus ging Haukland auf die langfristigen psychischen Folgen der erlebten Gewalt ein. Sie schrieb, dass sie bis heute unter Herzrasen leide, wenn sie eine zuschlagende Tür, einen stampfenden Mann oder „eines Motorrads mit lautem, aufdringlichem Geräusch“ höre. Diese körperlichen Reaktionen seien Ausdruck anhaltender Traumafolgen.
Beschreibung der Traumafolgen
Haukland schilderte zudem, wie sie sich während der Beziehung mit Høiby ständig selbst in Frage gestellt habe. Sie habe sich gefragt, ob sie sich „vielleicht anders kleide, vielleicht weniger schminke, vielleicht weniger Raum einnehme, vielleicht weniger rede, vielleicht aufhöre, Influencerin zu sein“. Dieses Bemühen, sich selbst zu verkleinern und zu verändern, habe die Situation „nur noch schlimmer“ gemacht.
Die Influencerin wandte sich in dem Post auch grundsätzlich an ihre Followerinnen und Follower zum Thema Partnerschaftsgewalt. „Ich kenne viele Menschen, die Partnerschaftsgewalt erlebt haben. Wahrscheinlich kennst du auch welche. Lass das auf dich wirken. Partnerschaftsgewalt hinterlässt Spuren. Nicht nur im Moment, sondern lange danach. Manchmal für den Rest des Lebens“, schrieb sie.
Aufruf gegen Partnerschaftsgewalt
Haukland betonte in dem Beitrag ausdrücklich, dass die gemeinsame Ursache von Übergriffen nicht bei den betroffenen Frauen liege, sondern bei den Männern, die die Gewalt ausüben. Sie machte zudem deutlich, dass sie sich trotz des Urteils nicht aus der Öffentlichkeit zurückziehen werde und auch für den Fall einer Berufung gewappnet sei: „Falls gegen das Urteil Berufung eingelegt wird, bin ich darauf vorbereitet.“
Gegenüber der norwegischen Presse erklärte Haukland, das Urteil der ersten Instanz habe sie nicht überrascht. Für sie stelle die Entscheidung einen wichtigen Wendepunkt dar und gebe ihr neue Hoffnung. Sie kündigte an, weiter öffentlich Stellung zu beziehen.
In dem Post ging Haukland auch auf die Reaktionen ein, die sie seit ihrer Aussage und seit dem Urteil erhalten hat. Neben zahlreichen unterstützenden Nachrichten seien ihr auch Morddrohungen zugegangen. Haukland erklärte, sie wolle sich durch solche Drohungen nicht einschüchtern lassen.
Reaktionen aus dem Umfeld
Eine weitere ehemalige Partnerin Høibys, Juliane Snekkestad, reagierte auf Hauklands Beitrag mit zwei roten Herz-Emojis und signalisierte damit Solidarität. Haukland nutzt ihre Reichweite als Influencerin demnach gezielt, um auf das Thema Partnerschaftsgewalt aufmerksam zu machen.
Høiby selbst hatte im Prozess lediglich Teile der Vorwürfe eingeräumt und die schwerwiegenderen Anklagepunkte bestritten. Seine Verteidigung kündigte kurz nach der Urteilsverkündung an, Rechtsmittel gegen den Schuldspruch einzulegen.
Marius Borg Høiby ist 29 Jahre alt und der älteste Sohn von Norwegens Kronprinzessin Mette-Marit, die 52 Jahre alt ist. Durch die familiäre Nähe zum norwegischen Königshaus hatte der Prozess von Beginn an ein hohes öffentliches Interesse erzeugt.
Ausblick auf das Berufungsverfahren
Die Berichterstattung über den Fall wurde unter anderem vom österreichischen Medium OE24 aufgegriffen, das in dem Zusammenhang auch auf einen TV-Live-Stream verwies. Hauklands Instagram-Post verbreitete sich über die Plattform hinaus in mehreren skandinavischen Medien.
Insgesamt verdeutlicht die Stellungnahme Hauklands den Versuch, die persönliche Erfahrung in eine breitere gesellschaftliche Debatte über Partnerschaftsgewalt und deren langfristige Folgen einzuordnen. Sie verbindet ihre individuelle Geschichte mit einem Aufruf an die Öffentlichkeit, die Problematik wahrzunehmen.
Die nächsten Verfahrensschritte hängen vom Ausgang des angekündigten Berufungsverfahrens ab. Haukland hatte in dem Post ausdrücklich klargestellt, sich auch einem möglichen weiteren Prozess stellen zu wollen.
Eingebettet ist die persönliche Erklärung in den Kontext eines gesellschaftlichen Diskurses, der in Norwegen und darüber hinaus seit Beginn des Verfahrens über Gewalt in engen Beziehungen, die Rolle von Betroffenen und den Umgang mit solchen Fällen im Justizsystem geführt wird. Hauklands Wortmeldung versteht sich explizit als Teil dieses Diskurses.
Fragen & Antworten
Wer ist Nora Haukland?
Nora Haukland ist eine 29-jährige norwegische Influencerin und ehemalige Partnerin von Marius Borg Høiby, die im Prozess gegen ihn ausgesagt hat und das Urteil des Bezirksgerichts Oslo öffentlich kommentierte.
Wofür wurde Marius Borg Høiby verurteilt?
Das Bezirksgericht Oslo verurteilte Marius Borg Høiby unter anderem wegen zweifacher Vergewaltigung sowie wegen Missbrauchs in engen Beziehungen zum Nachteil von Nora Haukland zu einer Freiheitsstrafe von vier Jahren.
Wie hat Høiby auf das Urteil reagiert?
Høiby weist die schwereren Vorwürfe weiterhin zurück und hatte lediglich Teile der Anklage eingeräumt; seine Verteidigung kündigte unmittelbar nach der Urteilsverkündung Berufung gegen das Urteil an.