Ein Gericht in Oslo hatte am Montagabend der Freilassung von Marius Borg Høiby aus der Untersuchungshaft zugestimmt, doch die Staatsanwaltschaft legte umgehend Berufung mit aufschiebender Wirkung ein, sodass der 29-jährige Sohn von Kronprinzessin Mette-Marit vorerst hinter Gittern bleibt.

Der Fall und die Anklage

Marius Borg Høiby ist 29 Jahre alt und der Sohn von Kronprinzessin Mette-Marit aus einer Beziehung vor ihrer Ehe mit Kronprinz Haakon im Jahr 2001. Er gehört formal nicht zum norwegischen Königshaus. Gegen ihn liegen 40 Anklagepunkte vor, darunter vier Fälle von Vergewaltigung an vier Frauen sowie Gewalt gegen eine ehemalige Freundin. Die Staatsanwaltschaft fordert eine Freiheitsstrafe von sieben Jahren und sieben Monaten; die mögliche Höchststrafe beträgt 16 Jahre.

Der Prozess am Bezirksgericht Oslo dauerte vom 3. Februar bis zum 19. März. Die Verteidigung beantragte einen Freispruch von den schwersten Vorwürfen, insbesondere den vier Vergewaltigungsvorwürfen. Die Staatsanwaltschaft wirft Høiby laut eigenen Angaben vor, die vier Frauen vergewaltigt zu haben, während diese schliefen oder bewusstlos waren. Høiby bestreitet die schwersten Vorwürfe und sieht keine Wiederholungsgefahr.