Der britische Rechtspopulist Nigel Farage tritt bei der Nachwahl in Clacton-on-Sea in Südostengland gegen mehrere unabhängige Kandidaten und Spaßkandidaten an.
Hintergrund der Nachwahl
Mit der Kandidatur verbindet Farage das Ziel, erneut einen Sitz im britischen Parlament zu erlangen, nachdem er bei vorangegangenen Wahlen den Einzug in den Westminster-Palast knapp verpasst hatte. Die Nachwahl in Clacton-on-Sea folgt auf einen frei gewordenen Wahlkreis-Sitz an der Küste Südostenglands.
Neben politischen Gegenkandidaten treten in dem Wahlkreis auch sogenannte Spaßkandidaten an, die mit ungewöhnlichen Programmen auf sich aufmerksam machen wollen. Zu den bekannteren Bewerbern dieser Art gehört Count Binface, der bereits bei früheren britischen Wahlen mit skurrilen Wahlkampfaktionen aufgefallen war.
APA
Spaßkandidaten und unabhängige Bewerber
Die Nachwahl in Clacton gilt als erster größerer Stimmungstest für Farage seit seinem erneuten Anlauf auf einen Sitz im Unterhaus. Beobachter sehen in dem Ergebnis einen Hinweis darauf, wie groß die Anhängerschaft seiner Bewegung weiterhin ist.
Unabhängige Bewerber und kleine Parteien werben vor allem um Wähler, die mit den etablierten Parteien unzufrieden sind. In Küstenwahlkreisen wie Clacton spielen dabei Themen wie Fischerei, Einwanderung und wirtschaftliche Lage traditionell eine große Rolle.
Die offiziellen Wahlunterlagen weisen Farage als Kandidaten seiner Partei aus, während die übrigen Bewerber als unabhängige Kandidaten oder Vertreter kleiner Gruppierungen antreten. Die genaue Zahl der antretenden Personen wurde von der zuständigen Wahlbehörde bestätigt.
Der Begriff Spaßkandidat beschreibt in der britischen politischen Kultur Personen, die sich mit augenzwinkernden Programmen zur Wahl stellen, oft um auf ein bestimmtes Thema aufmerksam zu machen. Auch in Clacton ist dieses Phänomen Teil des Wahlkampfs.
Bedeutung über Clacton hinaus
In den kommenden Wochen werden die Kandidaten in der Küstenstadt Wahlkampfveranstaltungen abhalten, darunter Haustür-Besuche und öffentliche Auftritte. Die Wählerinnen und Wähler in dem Wahlkreis entscheiden mit ihrer Stimmabgabe über die Zusammensetzung des britischen Parlaments.
Farage war zuvor mehrfach bei Unterhaus-Wahlen angetreten, hatte aber bislang keinen Sitz errungen. Sein politisches Wirken war überwiegend mit der Brexit-Bewegung und seiner Rolle im Europäischen Parlament verbunden, wo er zeitweise einer Fraktion angehörte.
Mit der Nachwahl in Clacton verbindet sich auch die Frage, wie stark populistische Bewegungen in Großbritannien weiterhin mobilisieren können. Das Ergebnis dürfte daher über den Wahlkreis hinaus Beachtung finden.
Die Auszählung der Stimmen erfolgt nach Schließung der Wahllokale am Abend des Wahltags. Gewählt ist, wer die einfache Mehrheit der abgegebenen Stimmen auf sich vereint.
Insgesamt zeigt die Kandidatenliste in Clacton eine Mischung aus politischen Gegnern, unabhängigen Bewerbern und Spaßkandidaten, was den besonderen Charakter britischer Nachwahlen unterstreicht.
