Wien, 05 Juni 2026

Die NEOS-Partei fordert eine Reform des strafrechtlichen Medienrechts, damit Nutzerinnen und Nutzer sozialer Netzwerke künftig nicht mehr pauschal für beleidigende Kommentare Dritter unter ihren eigenen Beiträgen haftbar gemacht werden.

Ausgangslage: Haftung für fremde Kommentare

Die NEOS-Partei drängt auf eine Änderung des geltenden Medienrechts, weil nach derzeitigem Stand Personen für beleidigende Kommentare belangt werden können, die andere unter ihren Social-Media-Beiträgen hinterlassen haben. Selbst wer einen solchen Kommentar nie gesehen hat, sieht sich mitunter mit Klagen und hohen Verfahrenskosten konfrontiert. Laut NEOS können die Kosten pro beleidigendem Kommentar schnell bis zu 2.000 Euro erreichen.

Die NEOS-Justizsprecherin Sophie Wotschke kündigte an, rasch Gespräche mit den Koalitionspartnern ÖVP und SPÖ aufzunehmen, um über mögliche Lösungen zu beraten. Wotschke sagte: „Das Ziel ist, Verantwortung dort anzusiedeln, wo sie tatsächlich liegt.“ Die NEOS sieht Handlungsbedarf, weil die bestehende Rechtslage nach ihrer Einschätzung sachlich nicht rechtfertigbar sei.