Die Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur für Arbeit, Andrea Nahles, hält angesichts eines Defizits von rund acht Milliarden Euro im laufenden Jahr eine Erhöhung des Beitragssatzes zur Arbeitslosenversicherung für denkbar, will sie aber nach eigenen Worten nicht anstreben.
Die Bundesagentur für Arbeit steckt in einer finanziellen Schieflage. Wie die Vorstandsvorsitzende Andrea Nahles am Mittwoch in Lauf bei Nürnberg deutlich machte, schätzt die Behörde das Defizit im laufenden Jahr auf rund acht Milliarden Euro – doppelt so hoch wie noch im Herbst prognostiziert. Hinzu komme ein Mindestdefizit von 1,4 Milliarden Euro, das aus dem Vorjahr übernommen werde. Damit summiert sich die Unterdeckung auf etwa 9,4 Milliarden Euro.
Wie groß ist das Defizit?
Der Beitragssatz zur Arbeitslosenversicherung liegt nach Angaben von Nahles derzeit bei 2,6 Prozent. Sollte er angehoben werden, würde jeder zusätzliche Zehntelprozentpunkt nach ihren Worten rund 1,6 Milliarden Euro an jährlichen Einnahmen in die Kassen der Bundesagentur spülen. Eine Erhöhung um 0,5 Prozentpunkte könnte das Defizit also rein rechnerisch ausgleichen.
