Berlin, 05 Juni 2026
Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) hat einen Entwurf zur Reform der Pflegeversicherung vorgelegt, der bei Ländern, Kommunen, Sozial- und Wohlfahrtsverbänden sowie Teilen der eigenen Koalition auf heftigen Widerstand stößt.
Defizit und Sparziele
Der Entwurf, über den zuerst der Deutschlandfunk am 5. Juni 2026 berichtete, sieht eine Reihe von Sparmaßnahmen vor, um das erwartete Defizit der sozialen Pflegeversicherung in Höhe von rund 7,5 Milliarden Euro im kommenden Jahr zu schließen. Nach Berechnungen des Bundesgesundheitsministeriums könnte die Lücke bis 2028 sogar auf 15 Milliarden Euro wachsen. Die Reform soll nach dem Willen der Regierung noch vor der Sommerpause im Juli vom Bundestag verabschiedet werden.
Kern des Vorhabens sind höhere Beiträge, schärfere Zugangsregeln und längere Wartezeiten auf Entlastungen. Der Beitragssatz zur Pflegeversicherung für Kinderlose soll von 4,2 auf 4,3 Prozent steigen, der Kinderlosenzuschlag von 0,6 auf 0,7 Prozentpunkte. Für Minijobs bis 603 Euro sollen künftig erstmals Pflegeversicherungsbeiträge von 3,6 Prozent erhoben werden, die allein die Arbeitgeber tragen. Die Beitragsbemessungsgrenze soll angehoben werden, sodass Beschäftigte mit Monatseinkommen über 5.812,50 Euro laut Ministerium maximal 17 Euro zusätzlich im Monat zahlen.
