Berlin, 05 Juni 2026

Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) hat am Donnerstag einen Gesetzentwurf zur Stabilisierung der Pflegeversicherung vorgelegt, der höhere Zugangshürden zu Pflegeleistungen, geringere Rentenbeiträge für pflegende Angehörige und Einschränkungen bei der beitragsfreien Mitversicherung von Ehepartnern vorsieht und dafür von Kommunen, Opposition und Teilen der eigenen Koalition scharf kritisiert wird.

Die finanzielle Ausgangslage

Die Pflegeversicherung steuert nach Berechnungen des Bundesgesundheitsministeriums im kommenden Jahr auf ein Defizit von rund 7,5 Milliarden Euro zu, das bis 2028 auf etwa 15 Milliarden Euro anwachsen könnte. Um diese Lücke ohne eine allgemeine Beitragssatzanhebung zu schließen, hat Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) am Donnerstag einen Reformentwurf vorgestellt, der ein Bündel aus Sparmaßnahmen und zusätzlichen Einnahmen vorsieht. Die Ministerin erklärte, der Entwurf solle die Pflegeversicherung finanziell stabilisieren; derzeit sei die Pflegeversicherung schlicht und ergreifend pleite, wie CDU-Fraktionschef Jens Spahn im ARD-„Interview der Woche“ formulierte. Die Pflegeversicherung sei, wie die Krankenversicherung, „schlicht und ergreifend pleite“.