Der dänische Radprofi Jonas Vingegaard ist nach einem schweren Sturz auf der 15. Etappe der Tour de France mit Verdacht auf Schlüsselbeinbruch aus dem Rennen ausgestiegen, nachdem er in der Nacht zuvor von Anti-Doping-Kontrolleuren um 2 Uhr morgens geweckt worden war.

Der Vorfall ereignete sich auf einer der schwersten Bergetappen der diesjährigen Tour, die am Plateau de Solaison endete. Etwa 20 Kilometer vor dem Ziel kam Vingegaard in einem schlecht gesicherten, unübersichtlichen Rechtskurvenbereich am Kreisverkehr zu Fall und musste aufgeben.

Sturz am Kreisverkehr

Bereits in der Nacht vor der Etappe hatte es heftige Kritik an der Anti-Doping-Behörde gegeben. Vingegaard selbst berichtete, dass ihn um 2 Uhr nachts jemand an der Hoteltürklingel aus dem Schlaf gerissen habe. Vingegaard sagte: „Ich habe gut geschlafen, aber dann hat jemand um zwei Uhr nachts an meiner Tür geklingelt.“ Er ergänzte, dass er Tests grundsätzlich für richtig halte, verwies aber auf deren Folgen: „Es ist gut, dass sie testen, aber wenn es die Leistung beeinflusst und deinen Schlaf, dann denke ich nicht, dass es so gut ist.“

Kritik an nächtlichen Kontrollen

Auch der Gesamterste Tadej Pogačar aus Slowenien, der das Gelbe Trikot trägt, wurde kontrolliert – nach eigenen Angaben um fünf Uhr morgens. Pogačar betonte die Bedeutung von Schlaf und Erholung: „Schlaf ist wichtig. Die Erholung des Körpers ist entscheidend. Wenn man auch nur ein bisschen die Konzentration verliert… Und die Strecke dort in der Ortschaft war wirklich gefährlich.“ Nach dem Sturz zeigte er sich mitfühlend: „Nach einer Nacht, bei der der Schlaf ruiniert wird, liegt es vielleicht daran. Seine Tour ist ruiniert. Es ist wirklich traurig.“