London, 03 Juni 2026

Hunderte Menschen haben am Dienstagabend in Southampton gegen die Polizei demonstriert, nachdem Bodycam-Aufnahmen veröffentlicht worden waren, die den Tod des 18-jährigen britischen Studenten Henry Nowak im Dezember dokumentieren.

Die Aufnahmen, die am Montag von der Polizei freigegeben wurden, zeigen Henry Nowak am Boden liegend, wie er sagt, er sei erstochen worden und könne nicht atmen. Statt medizinische Hilfe zu leisten, legten die Beamten ihm Handschellen an und schleiften ihn über den Boden. Nowak starb noch am Tatort. Nach Angaben der Polizei wurde der Student nachts auf dem Nachhauseweg von einem 23 Jahre alten Mann mit einem Messer angegriffen. Der Täter, ein Mann sikhischen Glaubens, hatte bei der Polizei zunächst behauptet, selbst Opfer eines rassistischen Angriffs geworden zu sein.

Beim Angriff wurde nach Informationen britischer Medien ein zeremonielles Messer verwendet, ein sogenannter Kirpan, den Anhänger des Sikhismus in Großbritannien trotz eines grundsätzlichen Messerverbots tragen dürfen. Vertreter der britischen Sikh-Gemeinschaft, der nach Schätzungen etwa eine halbe Million Menschen angehören, erklärten, die Tat sei eine individuelle Handlung und stehe in keinem Zusammenhang mit ihrer Religion.

Tatwaffe und Hintergrund des Täters

Die Veröffentlichung der Aufnahmen löste am Dienstagabend, dem 2. Juni 2026, eine Demonstration vor einer Polizeiwache in Southampton aus. Hunderte Menschen versammelten sich, die Proteste verliefen teilweise gewaltsam. Nach Augenzeugenberichten riefen Demonstranten «Rassistische Polizei, weg von unseren Strassen» und «Ich kann nicht atmen» – Letzteres in Anspielung auf den Tod des US-Amerikaners George Floyd im Jahr 2020, der international Proteste gegen Polizeigewalt ausgelöst hatte.