Berlin, 05 Juni 2026

Friedrich Merz reist am Freitag zum EU-Westbalkan-Gipfel in den montenegrinischen Küstenort Tivat, um für eine beschleunigte Integration der sechs Kandidatenländer in den EU-Binnenmarkt und in EU-Institutionen zu werben.

Hintergrund: Der deutsch-französische Vorstoß

Das Treffen in der kleinen Küstenstadt Tivat ist das zweite Gipfeltreffen dieser Art seit dem EU-Gipfel von Granada im Jahr 2023. Erwartet werden die Staats- und Regierungschefs der EU-Mitgliedstaaten sowie die Spitzen der sechs Westbalkanländer Albanien, Bosnien und Herzegowina, Kosovo, Montenegro, Nordmazedonien und Serbien. Im Zentrum steht ein deutsch-französischer Vorstoß, der die seit Jahren stockenden Beitrittsverhandlungen neu beleben soll.

Merz will aus deutschen Regierungskreisen zufolge auf dem Gipfel eine "neue Dynamik im Beitrittsprozess" erreichen. Demnach soll noch vor einem Vollbeitritt eine "schnellere Integration in die EU-Institutionen" und in EU-Politikfelder vollzogen werden. Vorgeschlagen werden unter anderem ein Beobachterstatus für die Westbalkanstaaten in den EU-Gremien, deren "engere Einbindung" in EU-Entscheidungsprozesse sowie gemeinsame Sitzungen von EU-Institutionen und Westbalkan-Vertretern zu "regional relevanten Themen".