Forschende des Schweizer Paul Scherrer-Instituts (PSI) berichten im Fachmagazin "Nature", dass die Wüstenstaubbelastung in Europa in den vergangenen zehn Jahren um zehn bis 25 Prozent gestiegen ist und sich über 150 Jahre mehr als verdoppelt hat.

Die Studie, über die der Deutschlandfunk am 18. Juli 2026 berichtete, zeichnet ein differenziertes Bild der Entwicklung: Nicht die Zahl der Staubstürme habe zugenommen, sondern die Intensität der einzelnen Ereignisse. "Ursache seien nicht mehr Stürme, aber die einzelnen Stürme seien intensiver und transportieren mehr Staub", heißt es in dem Bericht. Treiber dieser Veränderung sei der Klimawandel: "Wüstengebiete wie die Sahara dehnen sich im Zuge des Klimawandels aus", schreiben die Forschenden.

Hintergrund: Klimawandel und Zirkulation

Zugleich habe sich die atmosphärische Zirkulation verändert, heißt es in dem Bericht: "Es gebe mehr starke Winde aus der Sahara-Region Richtung Europa." Diese Kombination aus stärkeren Stürmen und veränderter Luftströmung sorge dafür, dass immer mehr feiner Saharastaub den Weg nach Norden finde.

Wie lässt sich Wüstenstaub eigentlich erkennen? "Man erkennt ihn an der gelblich-trüben Luft, rötlichen Sonnenuntergängen oder staubigem Belag etwa auf Autos." Wer diese Anzeichen beobachtet, hat es mit einer konkreten luftchemischen Veränderung zu tun. Der Staub lasse sich zudem analytisch klar von anderen Feinstaubquellen abgrenzen: "Man kann Wüstenstaub anhand der Aluminiumkonzentration klar von Feinstaub aus Verkehr, Industrie oder anderen Quellen unterscheiden."