Zürich, 18 Juli 2026
Eine neue Auswertung zeigt, dass die Belastung mit Saharastaub in Europa zwischen 2012 und 2021 in den meisten Regionen zugenommen hat, während über der Schweiz die Werte leicht gesunken sind.
Der Wüstenstaub aus der Sahara, der regelmäßig nach Europa getragen wird, hat zwischen 2012 und 2021 in weiten Teilen des Kontinents zugenommen. Besonders ausgeprägt ist der Anstieg in Süditalien und im östlichen Mittelmeer, wo die jährliche Zunahme laut den Daten bei über 0,15 Mikrogramm pro Kubikmeter pro Jahr liegt. Das berichten Auswertungen, die in den vergangenen Tagen veröffentlicht wurden.
An besonders staubbelasteten Tagen, die in diesen Regionen rund 46 Mal im Jahr auftreten, steigt der Wert im Durchschnitt auf 9,7 Mikrogramm pro Kubikmeter – fast zwei Drittel des Jahresgrenzwerts der Weltgesundheitsorganisation (WHO) für Feinstaub, der bei 15 Mikrogramm pro Kubikmeter liegt. Die Belastung konzentriert sich damit auf wenige Tage im Jahr, an denen die Luftqualität deutlich sinkt.
Südeuropa besonders betroffen
In Südeuropa liegt die durchschnittliche jährliche Belastung durch Wüstenstaub bei 5,3 Mikrogramm pro Kubikmeter – mehr als doppelt so viel wie in Mittel- und Nordeuropa. Die zunehmende Trockenheit in der Sahara und veränderte Windmuster gelten als wahrscheinliche Ursachen dafür, dass mehr Staub nach Norden verfrachtet wird.
Auch in weiter nördlich gelegenen Regionen zeigt sich der Trend. Bis nach Skandinavien reicht die Zunahme, wenn auch schwächer ausgeprägt als in Süditalien. Die Werte liegen dort zwischen 0 und 0,15 Mikrogramm pro Kubikmeter pro Jahr, was den europaweiten Charakter des Phänomens unterstreicht.
