Eine Studie unter Leitung des Schweizer Forschers Beat Knechtle hat auf der Basis von mehr als 850.000 Marathonläufen in Berlin festgestellt, dass Männer beim Marathon etwa doppelt so häufig den plötzlichen Leistungseinbruch „Hitting the Wall“ erleben wie Frauen.

Die Untersuchung wurde gemeinsam mit Kollegen aus Brasilien durchgeführt und ist im Fachblatt „Scientific Reports“ erschienen. Sie wertete Daten des Berlin-Marathons aus den Jahren 1999 bis 2025 aus und bezog insgesamt mehr als 850.000 Laufzeiten für die 42-Kilometer-Strecke ein, wobei einige Läuferinnen und Läufer in mehreren Jahren berücksichtigt wurden. Die meisten Teilnehmenden waren männlich: 76 Prozent der betrachteten Läufer waren männlich, mehr als die Hälfte war im Alter von 35 bis 49 Jahren.

„Hitting the Wall“ definierte das Forschungsteam um den Schweizer Beat Knechtle als Verringerung des Durchschnittstempos um mindestens 20 Prozent in der zweiten Hälfte des Marathons verglichen mit der ersten Hälfte des Laufs. Gemeint ist ein plötzlicher und deutlicher Leistungseinbruch, der eintritt, wenn der Körper seine kurzfristig verfügbaren Energiereserven aufgebraucht hat. Denn Glykogen, die Speicherform von Glukose, dient als kurzfristige Energiereserve und ist bei intensiver Belastung relativ schnell aufgebraucht.