Ungarns Ministerpräsident Péter Magyar will die frühere Schachspielerin Judit Polgár für das Amt der Präsidentin der Republik nominieren und kündigte dieses Vorhaben am Sonntag über Facebook an.

Magyar erklärte auf der Plattform, er wolle Polgár am Montag persönlich treffen, um ihr die Kandidatur für das weitgehend repräsentative Amt anzubieten. Er hoffe, dass Polgár ihm "die große Ehre" erweise, die Nominierung anzunehmen. Eine Stellungnahme Polgars lag zunächst nicht vor.

Polgár gilt als die wohl beste Schachspielerin der Geschichte. Magyar schrieb auf Facebook, als erfolgreichste Spielerin in der Geschichte des Schachs hätte sie 26 Jahre lang ununterbrochen die Weltrangliste der Frauen angeführt. Zudem sei sie die einzige Frau, die jemals die Marke von 2700 Elo-Punkten überschritten hat, was in Schachkreisen als "Super-Großmeister"-Niveau gilt.

Polgárs außergewöhnliche Schachkarriere

Magyar begründete seine Wahl mit den persönlichen Eigenschaften der 49-jährigen Polgár. Ihr Name sei seit Jahrzehnten ein Synonym für Talent und Ausdauer, schrieb er. Polgar könne die Einheit der Nation verkörpern. Der Name Judit Polgár stünde seit Jahrzehnten für "Talent und Beharrlichkeit".

Der Vorschlag folgt auf einen tiefgreifenden politischen Umbruch in Budapest. Eine Verfassungsänderung hatte die Amtszeit des bisherigen Staatsoberhaupts Tamás Sulyok beendet. Das von Magyars Regierungspartei Tisza verabschiedete Gesetz war am Samstag von Sulyok unterzeichnet worden, der als politischer Freund des rechtspopulistischen früheren Ministerpräsidenten Viktor Orbán galt.