Das Bundeskabinett hat am Montag den Entwurf für den Bundeshaushalt 2027 mit geplanten Ausgaben von 555,4 Milliarden Euro und einer Nettokreditaufnahme von 118,7 Milliarden Euro gebilligt, der wegen geplanter Kürzungen beim Klima- und Transformationsfonds (KTF) auf breite Kritik stößt.

Der Entwurf des Bundeshaushalts 2027 sieht nach Angaben von Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) Gesamtausgaben von rund 555,4 Milliarden Euro vor. Die Nettokreditaufnahme soll 118,7 Milliarden Euro betragen, verglichen mit geplanten 98 Milliarden Euro im Jahr 2026. Einschließlich neuer Schulden aus Sondervermögen für Infrastruktur, Klimaneutralität und Bundeswehr steigt die Gesamtneuverschuldung im Jahr 2027 auf rund 200 Milliarden Euro und soll bis 2030 auf 219,5 Milliarden Euro anwachsen.

Zugleich plant die Bundesregierung, rund 2,7 Milliarden Euro aus Einnahmen des EU-Emissionshandels, die bisher in den Klima- und Transformationsfonds flossen, zur Konsolidierung des Kernhaushalts heranzuziehen. Der KTF finanziert unter anderem die Bundesförderung für effiziente Gebäude, die den Kauf und Einbau klimafreundlicher Heizungsanlagen bezuschusst. Nach Angaben des Finanzministeriums sollen bereits zugesagte Mittel aus dem Fonds nicht angetastet werden.

Eckdaten des Haushaltsentwurfs

Greenpeace-Finanzexperte Mauricio Vargas warf Finanzminister Klingbeil vor, den Klima- und Transformationsfonds plündern zu wollen, um die Einkommensteuer von Besserverdienenden zu senken. Er sprach von einer „schamlosen Zweckentfremdung und einem Skandal für eine Partei, die für Fortschritt und Sozialstaatlichkeit stehen will".